Produktion geht weiter

Autozulieferer Bo Parts in Nentershausen stellt Antrag auf Insolvenz

Hat In Insolvenzantrag gestellt: Der Automobilzulieferer Bo Parts. Unser Bild zeigt das Betriebsgelände der Firma im Industriegebiet Reichenberg bei Nentershausen-Dens.
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Hat In Insolvenzantrag gestellt: Der Automobilzulieferer Bo Parts GmbH. Unser Bild zeigt das Betriebsgelände der Firma im Industriegebiet Reichenberg bei Nentershausen-Dens.

Die Bo Parts GmbH hat Insolvenzantrag gestellt. Produktion und Geschäftsbetrieb sollen in vollem Umfang fortgeführt werden. Betroffen sind knapp 80 Mitarbeiter.

Nentershausen/Sontra - Alle Aufträge und Leistungen des Automobilzulieferers Bo Parts mit Sitz im Industriegebiet Reichenberg bei Nentershausen-Dens würden auch nach dem Stellen des Insolvenzantrags weiterhin erbracht, teilte der vom zuständigen Insolvenzgericht in Bad Hersfeld bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Kai Dellit mit. Dellit arbeitet für die bundesweit tätige Kanzlei HWW Hermann Wienberg Wilhelm.

Belegschaft wurde informiert

Der Betriebsrat des Unternehmens sowie die knapp 80 Arbeitnehmer seien über den Stand der Dinge und die weiteren Schritte informiert worden. Löhne und Gehälter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. „In den kommenden Tagen und Wochen werde ich mir mit Unterstützung der Geschäftsleitung einen Überblick über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens verschaffen“, sagte Dellit. „Zudem werden wir die vorhandenen Sanierungsoptionen prüfen und anschließend die erforderlichen Maßnahmen einleiten.“

„Möglichst viele Arbeitsplätze erhalten“

Bo Parts produziert an zwei Standorten in Nentershausen und Sontra Ersatzteile für die Automobilindustrie. Aufgrund des Strukturwandels in der Automobilindustrie und der Covid-19-Pandemie sei die wirtschaftliche Lage bei Bo Parts angespannt. Die Geschäftsführung habe sich deshalb zu einem Insolvenzantrag mit dem Ziel der Sanierung des Unternehmens unter dem Schutz eines Insolvenzverfahrens entschlossen. „Es ist unser Ziel, den Geschäftsbetrieb mit möglichst vielen Arbeitsplätzen zu erhalten“, sagte Bo Parts-Geschäftsführer Thomas Fröhlich. „Das Insolvenzverfahren bietet dafür genau das richtige Instrumentarium.“

Zeitweise bis zu 50 Prozent in Kurzarbeit

Im Frühjahr und Sommer befanden sich zeitweilig bis zu 50 Prozent der Belegschaft in Kurzarbeit. Auch aktuell unterschreite die Auftragslage das Vorpandemie-Niveau deutlich. Im vergangenen Jahr 2019 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von rund 13,5 Millionen Euro.

Der vorläufige Insolvenzverwalter habe bereits damit begonnen, Kontakt zu wichtigen Lieferanten und Kunden aufzunehmen, heißt es in der Mitteilung. „Alle Ansprechpartner haben bisher ihre Unterstützung zugesagt und angekündigt, den Sanierungsprozess von Bo Parts zu unterstützen“, betonte Dellit.

Aktuelle Information versprochen

Geschäftsführung und vorläufiger Insolvenzverwalter stünden in engem Austausch mit dem Betriebsrat und würden die Arbeitnehmer laufend über den Stand der Dinge und die weiteren Schritte informieren.

Bo Parts gehört zur Frimo-Gruppe. „Die anderen Unternehmen der Gruppe sind wirtschaftlich gesund und verfügen über eine langfristig gesicherte Finanzierung“, heißt es in der Mitteilung weiter. (dup)

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