Ehefrau im Wohnhaus erschossen

Nachbarn haben nichts von der Bluttat von Bebra bemerkt

Bebra. Dass ein 69-jähriger Bebraner seine zwei Jahre jüngere Frau erschossen haben soll, können sich viele Nachbarn nicht erklären. Sie kennen das Ehepaar teilweise schon lange. Niemand scheint etwas Ungewöhnliches bemerkt zu haben. Selbst die Polizeiaktion am Freitagabend erregte kaum Aufsehen.

Alles sieht völlig unscheinbar aus in der kleinen Wohnstraße An der Kisselsburg in Bebra. Am Samstagmittag gehen die Anwohner ihren Wochenenderledigungen nach. Der Briefträger macht seine Runde. Genauso die Runde macht langsam auch die Nachricht von der Bluttat, die sich in einem der Häuser ereignet hat.

Der Bungalow, in dem ein 69-jähriger Bebraner seine Frau mit einem Jagdgewehr erschossen haben soll, wirkt völlig unscheinbar. Der Vorgarten ist ordentlich gepflegt, während der Rest des großen Grundstücks von dichten Hecken und Nadelbäumen umgeben ist. Die Rollläden an dem weißen Haus sind heruntergelassen, das Tor zur Einfahrt steht weit offen. Es sieht so aus, als wäre das Ehepaar lediglich übers Wochenende weggefahren.

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Dass der Steuerberater, den viele Menschen in Bebra als gewissenhaften Mann kennen, seine Frau ermordet haben soll, wie ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft, können sich die Nachbarn nicht vorstellen. Sie kennen das Ehepaar schon lange, seit Jahrzehnten. Eine ältere Nachbarin kennt den Mann, der mutmaßlich zum Mörder wurde, sogar schon von Kindesbeinen an.

Sie wie auch die übrigen Nachbarn reagieren mit Unverständnis auf die Nachricht von dem vermeintlichen Mord. Sie können nicht verstehen, wie es zu der fürchterlichen Tat kommen konnte. Der Mann war Jäger, ja das wussten viele. Aber dass er seine Frau erschossen haben soll? Das kann sich so recht niemand vorstellen. Außerdem wollen die Nachbarn in den vergangenen Tagen nichts Ungewöhnliches bemerkt haben - keinen Streit, und schon gar keinen Schuss mit einem Jagdgewehr.

Bilder vom Tatort

Bilder vom Tatort: Frau in Bebra getötet

Mehrere Anwohner haben nicht einmal den Polizeieinsatz in der Nacht zum Samstag mitbekommen. Dabei stand der weiße Transporter der Spurensicherung vom Polizeipräsidium Fulda die ganze Nacht vor dem Haus. Den Beamten, die die Leiche der 67-Jährigen in ihrem Bett gefunden haben, muss sich ein grauenhafter Anblick geboten haben. Nachdem ihre Kollegen am Samstag abgezogen sind, bleibt als einziger Hinweis, dass in diesem Haus etwas derart Fürchterliches geschehen ist, das polizeiliche Siegel an der Eingangstür zurück.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Janz

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