Heimatfest ist eröffnet

Nach dem WM-Aus doch noch Party-Stimmung zum Rotenburger Strandfest

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Am Ende fassungslos: Was als fröhlicher Auftakt zum Strandfest in Rotenburg geplant war – Public Viewing zum Einzug in das WM-Achtelfinale, sorgte erst mal für Erschütterung bei den Fußballfans. Das Strandfest wurde natürlich trotzdem eröffnet.

Rotenburg. Public-Viewing war als passender Auftakt zu sechs Tagen Heimat- und Strandfest in Rotenburg gedacht. Jogis Jungs haben es vermasselt. Das Fest hat dennoch begonnen.

„Heimat ist nicht nur der Ort, wo man geboren ist oder wohnt, Heimat ist auch da, wo man sich wohlfühlt, wiedererkannt und wertgeschätzt wird“. Für sich selbst und wohl für fast alle Zuhörer zog Oberstleutnant a. D. Michael Helmich dieses Fazit. Der frühere Kommandeur des einst in Rotenburg stationierten Panzergrenadierbataillons 52 hat am Mittwochabend die Festrede zur Eröffnung des Rotenburger Heimat- und Strandfestes gehalten.

In historischem Ornat: Bürgermeister Christian Grunwald, links, und die Stadträte Klaus Troch und Ursula Ender beim traditionellen Gang über den Marktplatz. 

Dem offiziellen Teil der Eröffnung ging auf dem Marktplatz ein Wechselbad der Gefühle voraus – die Fest- und Fangemeinde hatte sich schon am Nachmittag zum Public Viewing des WM-Spiels Deutschland-Südkorea auf dem Marktplatz versammelt. Man fieberte und litt mit Jogis Jungs, bis am Ende die unfassbare Niederlage stand. Irgendwie hatte sich da schon die Haltung durchgesetzt, dass es die Nationalmannschaft mit dieser Leistung auch nicht besser verdient habe. Die Reihen auf dem Marktplatz lichteten sich nach dem Abpfiff jedoch nicht allzu sehr. Man war schon im Strandfest-Modus.

Und so lauschten dann doch noch Hunderte Besucher der spontan aktualisierten gereimten Rede von Bürgermeister Christian Grunwald. Er erinnerte daran, dass Strandfest nur einmal im Jahr ist und dass man die folgenden Tage feiern möge, „ohne Angie und Jogi zu fragen“, also Politik und Fußball vergessen sollte.

Anschließend schritten Grunwald, der gesamte Magistrat und Festredner Michael Helmich traditionell und händeschüttelnd den Festplatz ab. Der Oberstleutnant a. D. hatte zuvor viel Beifall für seine Aufforderung bekommen, für das Kasernenareal, das derzeit als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge dient, mittel- und langfristig eine zukunftsträchtige Lösung zu finden.

Alter Bekannter: Oberstleutnant a. D. Michael Helmich. 

Helmich meinte außerdem, einen „Rotenburger Aufbruch“ zu erkennen – vielfältige Aktivitäten zeigten in die richtige Richtung, nun müsse ihre nachhaltige Wirkung gepflegt werden. Die Rotenburger Schlossgeister sorgten zum Abschluss für die sehnlichst erwünschte Partystimmung.

Ende des WM-Traums und Beginn des Strandfestes in Rotenburg

Das Strandfest geht heute mit dem Heimatabend im Festzelt weiter. Das Fest dauert bis Montagnacht. Und viele werden sich wiedererkennen, denn zum Strandfest kommen alle, auch aus der Ferne nach Hause.

Quelle: HNA

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