Angeklagter ist vor Gericht geständig

Nach Verfolgungsjagd: Drogenkurier zu Haftstrafe auf Bewährung verurteilt

Bad Hersfeld. Mehr als zwei Kilogramm Marihuana hatte ein Drogenkurier bei sich, als er am 18. Februar dieses Jahres in Friedlos in eine Polizeikontrolle geriet.

Nach wilder Verfolgung durch die Ortschaft gelang dem 32-Jährigen zwar mit mehr als 160 Stundenkilometern die Flucht in den Besengrund, doch dann gab sein Auto den Geist auf: Im Wald hinter Gerterode wurde er gestellt.

Wegen Besitzes einer nicht geringen Menge von Betäubungsmitteln wurde der bis dahin unbescholtene Familienvater aus Niederaula jetzt vom Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Diese wird für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem verhängte das Gericht unter Vorsitz von Richter Michael Krusche eine Geldauflage von 1500 Euro.

Der Angeklagte war rundum geständig. Er habe die blaue Tasche mit den vier Drogenpaketen lediglich transportieren sollen – ein Freundschaftdienst für einen Bekannten, dessen Namen er nicht nennen wollte. Der 32-Jährige war jedoch durch die Telefonüberwachung eines mittlerweile verurteilten Rauschgiftdealers ins Visier der Fahnder geraten und sollte deshalb an jenem Tag gezielt kontrolliert werden.

„Eine außerordentliche Dummheit“ erkannte denn auch sein Verteidiger Hans J. Hauschild, denn sein Mandant sei kein Konsument und lebe in vollkommen – auch finanziell – geordneten Verhältnissen.

Zum Verbrechenstatbestand wurde sein Transportdienst sowohl durch die Menge des Marihuanas sowie durch die relativ gute Qualität: Der Wirkstoff THC summierte sich auf 333 Gramm, das 41-Fache des Grenzwertes zur jusristisch bedeutsamen nicht geringen Menge. Das Urteil entsprach den Antrag von Staatsanwalt Christoph Wirth und wurde im allseitigen Einverständnis sofort rechtskräftig.

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