13 Schwerverletzte noch in Klinik

Nach Busunglück auf A4: Touristik-Verband kritisiert Leitplanken-Höhe 

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Bad Hersfeld. Nach dem schweren Busunglück in Osthessen mit vier Toten und rund 40 Verletzten wollen sich Experten ein genaueres Bild vom Ort des Unglücks machen.

"Ein Sachverständiger wird sich die Fahrzeuge angucken", sagte ein Polizeisprecher. Bis die Untersuchung ausgewertet sei, würden aber noch einige Tage vergehen.

Der Reisebus war am Dienstag auf der Autobahn 4 mit einem schlingernden Auto zusammengestoßen und etwa 50 Meter eine Böschung hinunter gestürzt. Warum der Fahrer des Wagens mit seinem Auto ins Schleudern geraten war, müssen die Ermittler herausfinden.

Aktualisiert
um 11.14 Uhr

Der RDA Internationaler Bustouristik Verband sieht den Grund für die schweren Folgen des Unglücks auch in der Konstruktion der Leitplanken auf der A4. "Die Leitplanken an den deutschen Autobahnen sind generell ausgelegt für Pkw", sagte der RDA-Sicherheitsbeauftragte Johannes Hübner. "Sie sind allerdings ungeeignet für den Schwerverkehr, der macht sie einfach platt. Solche Leitplanken bleiben eine Notlösung."

Hübner kritisierte, im Abschnitt des Unfalls zwischen dem Autobahndreieck Kirchheim und der Anschlussstelle Bad Hersfeld seien die nur 70 Zentimeter hohen Leitplanken für einen rund drei Meter hohen Hochdeckerbus zu niedrig und nicht stabil. "Die Leitplanken müssten nicht nur höher sein, sie müssten auch fest in der Fahrbahn verankert sein", sagte der Sicherheitsbeauftragte. Fest verankerte und höhere Leitplanken aus Stahl, wie sie vor Brücken bereits genutzt würden, wären zum Beispiel eine Alternative.

Schwerer Busunfall auf der A4

Eine vollständige Sicherheit auf den Straßen gebe es natürlich nicht. Der RDA ist nach eigenen Angaben der in Europa führende Verband für die Bus- und Gruppentouristik. Der Unglücksbus mit Reisenden aus der Pfalz und aus dem Raum Mannheim/Heidelberg war nach Angaben des Veranstalters auf dem Weg nach Leipzig. Dort wollten die Senioren den Jahreswechsel feiern. Die Pfälzer Kunden kommen nach Angaben des Reiseveranstalters aus dem Bereich zwischen Südpfalz, Kaiserslautern und Frankenthal, einige weitere aus dem Raum Mannheim/Heidelberg.

13 Schwerverletzte noch in Klinik

Die ersten Fahrgäste sind am Mittwoch nach Hause zurückgekehrt. 18 Reisende seien in der Nacht aus den umliegenden Krankenhäusern entlassen worden, sagte ein Sprecher der Polizei.

13 Schwerverletzte müssten weiter in Kliniken bleiben. Einige von ihnen würden auf Intensivstationen behandelt. "Zum Glück ist bisher niemand mehr gestorben", sagte der Sprecher. Wer nur leicht verletzt war, konnte bereits am Dienstag nach Hause. Inzwischen ist auch die Identität der vier Toten fest. Es handelt sich laut Polizei um zwei Frauen, 83 und 69 Jahre alt, und zwei Männer, 74 und 79 Jahre alt. Alle vier Opfer stammen aus der Pfalz in der Gegend um Landau (Rheinland-Pfalz). (dpa)

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Video von der Unfallstelle:

Quelle: HNA

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