Musikfestival begeisterte Besucher in Ellis Saal

Irischer Frühling zog in Weiterode ein

Großes Frühlingsfest: Zum elften Mal überzeugten junge Künstler aus Irland und diesmal sogar aus Kanada beim Irish-Spring-Festival-Abend in Ellis Saal. Sie fiedelten, zupften und zogen an ihren typisch irischen Instrumenten, und mit dem gemeinsam vorgetragenen Traditional „The Old Triangle“ (Foto) setzten sie dem Ganzen die Krone auf. Das begeisterte die Fangemeinde im Bild rechts, die am Samstagabend für ein volles Haus in Ellis Saal sorgte.

Weiterode. Frühlingserwachen ohne irische Folk-Musik? In Weiterode seit zehn Jahren undenkbar. Und deshalb verwunderte es nicht, dass Ellis Saal am Samstagabend wieder einmal proppenvoll war.

Die 34 Tage lang durch Deutschland tourenden jungen Leute sprechen meistens ziemlich schnell – und irgendwie anders, als man in der Schule Englisch gelernt hat. Deshalb weiß man oft nicht so recht, wie der Song heißt, den sie gerade singen.

Aber das tut der Freude, ja der Begeisterung, die sich beim Irish-Spring-Festival am Samstagabend in Ellis Saal schon nach kurzer Zeit Bahn bricht, keinen Abbruch.

Schon gleich nach der Begrüßung durch Tourmanagerin und Bühnenmoderatorin Kristine Talamo-Spiegel ziehen drei junge Männer aus einem kleinen Dorf an der Westküste Irlands alle Blicke auf sich. Sie nennen sich High Time, und mit ihrem authentischen Irish Folk sorgen Ciarán Bolger und die Brüder Conall und Séamus Flaherty für eine wahrlich hohe Zeit.

Insbesondere der 19-jährige Séamus, der mit 18 schon 20 irische Meistertitel errungen hatte, erregt Aufmerksamkeit mit seinem sympathischen Lachen und seinem Harfenspiel. Aber er kann auch ganz wunderbar singen, und um verwegene Stepptanz-Einlagen ist er erst recht nicht verlegen. Conall flötet, in einem ganz speziellen, alten Stil, und Ciarán ist alles in einem: Sänger, Gitarrist und Entertainer. Mühelos gelingt es den dreien, das Publikum zum Mitsingen zu überreden: „In South Australia I was born, to me heave away, haul away…“

Ohren- und Augenweide

Eine Ohren- und Augenweide sind Cassie & Maggie MacDonald aus dem kanadischen Halifax. Sie verbinden Folk Music von beiderseits des Atlantiks mit wild-perkussivem Stepptanz, und sie sind großartige Virtuosinnen mit toller Bühnenpräsenz: ein mit Reizen ganz und gar nicht geizendes Power-Doppelpack. Cassie etwa „fiedelt“ so rhythmisch, dass die Haare ihres Geigenbogens mit schöner Regelmäßigkeit reißen.

Nach dem gefeierten Gastauftritt der Lokalmatadoren, der zehn Celtic Ellis, sorgt die Gruppe Ríanta für Stimmung. Sie vereinigt in sich die kulturelle Vielfalt Irlands, sie mag es rasant, aber auch lyrisch und gefühlvoll. Conor Moriarty begeistert mit dem typisch irischen Knopf-Akkordeon, Kieran Leonard mit der irischen Rahmentrommel Bodhran, und Sänger und Gitarrist Cillian O’Dalaigh legt mit Conor zum guten Schluss noch einen originellen Stepptanz mit Besen hin.

Beim großen Finale steht gemeinsames musikalisches Zaubern auf dem Programm. Spätestens jetzt ist der Frühling nahe wie nie. Und natürlich gibt es, als das Publikum aufsteht und auf einer Zugabe besteht, das „improvisierte“ Sahnehäubchen: das wunderbare Traditional „The Old Triangle“. „Ein toller Abend!“, resümieren Ingrid Elges und Helma Wenzel aus Heringen. Andere gönnen sich noch ein Guinness. Als der harte Kern dann irgendwann „unter sich“ ist, packen die Künstler noch einmal ihre Instrumente aus. Sie spielen für ihre Gastgeber, und sie verblüffen mit dem Original des ach so deutschen Ohrwurms „An der Nordseeküste“.

Im März 2019 wieder da

Wer diesmal keine Karten bekommen hat, sollte sich schon jetzt den Termin des nächsten Weiteröder Irish-Spring-Festivals notieren. Es ist der 30. März 2019.

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Bebra
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