Plastiktüten sind ein Problem

Kreis Hersfeld-Rotenburg: Müllentsorgung demnächst teurer - MZV erhöht Gebühren

Die Gebühren für die Abfallentsorgung beim MZV in Hersfeld-Rotenburg ist kräftig gestiegen. Unser Foto zeigt die Bio-, Altpapier und Restmülltonnen des Müllverbandes.
+
Lange konstant, jetzt kräftig gestiegen: die Gebühren für die Abfallentsorgung beim MZV. Die normale 240-Liter-Papiertonne bleibt aber weiterhin kostenlos.

Die Entsorgung von Müll wird ab sofort für Gemeinden im Kreis Hersfeld-Rotenburg teurer. Müllverbände mit hohen Kosten und einer Bitte an die Haushalte.

Bebra/Ronshausen/Rotenburg - Haushalte in Bebra, Ronshausen und Rotenburg müssen seit diesem Jahr im Schnitt 30 Prozent mehr für die Abfallentsorgung bezahlen. Eines der Probleme: Plastik in der Biotonne. Die Gebührenerhöhung hat der für die drei Kommunen zuständige Müllabhol-Zweckverband MZV beschlossen.

Ein Einfamilienhaus mit einer 60-Liter-Restmülltonne (zwölf Leerungen) und einer 60-Liter-Biotonne muss demnach ab sofort 141,12 Euro im Jahr zahlen. Grund für die Erhöhung seien einerseits stark gefallene Papierpreise, andererseits seien die Entsorgungskosten für Restmüll, Bioabfall und Sperrmüll seit 2018 um fast 150 000 Euro gestiegen, sagt Hartmut Grünewald, Verbandsvorsitzender und nach der Trennung von Sigmar Schäfer auch kommissarischer Geschäftsführer des MZV.

Entsorgung von Müll wird teurer: Gebührenerhöhung im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Obwohl die Erlöse für Altpapier, Pappe und Kartonagen nach dem Höchststand vor vier Jahren laut Grünewald „drastisch“ gefallen sind, bleibt bei der Leerung der Papiertonne für Privathaushalte alles beim Alten. „Wer eine 60-Liter-Restmülltonne hat, für die er eine Grundgebühr bezahlt, bekommt auch weiterhin kostenlos eine 240-Liter-Papiertonne“, sagt Grünewald.

Der Verband habe zwar überlegt, eine Jahresgebühr für Papiertonnen einzuführen, „diesen Gedanken haben wir aber schnell wieder verworfen.“ Zum Vergleich: Nahm der MZV im Jahr 2017 mit Altpapier noch 380 000 Euro ein, waren es im vergangenen Jahr nur noch 95 000 Euro. „Bisher haben die Papiererlöse die Grundgebühr gestützt, jetzt ist es andersrum“, sagt der Verbandsvorsitzende.

Kreis Hersfeld-Rotenburg: Müll-Verband zahlte rund 20.000 Euro für Plastik

Ein großes Problem für den MZV sei auch, dass immer noch viele Menschen Plastiktüten und anderen Unrat in die Biotonne werfen würden. Die Entsorgerfirma brummt dem Verband für diese „Störstoffe“ stets eine Vertragsstrafe auf. „Für 2019 haben wir so bereits knapp 20.000 Euro nachzahlen müssen“, sagt Grünewald. „Wir bitten deshalb alle Bürger, wirklich nur kompostierbares Material in die Biotonne zu werfen. Das spart uns Kosten und verhindert weitere Gebührenerhöhungen.“ Vermeintlich kompostierbare Mülltüten erfüllten diesen Anspruch nicht. „Nehmen Sie lieber Zeitungspapier oder Papier von der Küchenrolle.“

Der Jahresabschluss des MZV liegt laut Grünewald noch nicht vor. Der zweite Müllverband im Landkreis, der AZV, der in den 17 übrigen Kreiskommunen für die Abfalleinsammlung zuständig ist, hatte für 2020 und 2021 einen Doppelwirtschaftsplan aufgestellt, sodass die Gebühren in diesem Jahr konstant bleiben.

Sperrmüllanmeldungen im Kreis Hersfeld-Rotenburg: Verband für Müll mit enorm hohen Kosten

AZV-Geschäftsführer Jörg Goßmann spricht von einem „ganz ordentlichen“ Wirtschaftsjahr. Problematisch sei allerdings „die exorbitante Sperrmüllanmeldung“, die im vergangenen Jahr fast doppelt so hoch war wie 2019. Deshalb seien dem AZV „enorme Kosten“ entstanden. „Hier werden wir sicher Korrekturen für das Wirtschaftsjahr 2022 vornehmen müssen.“ (Sebastian Schaffner)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare