Bis unters Dach vollgestopft

Müll, Holz, Papier: Mann erbte Schrottimmobilie von Messie

Vom Kochtopf bis zur alten Kaffeemaschine: Zum Sofa vor dem Fenster gab es nur noch einen Trampelpfad.

Gilfershausen. Der Erbe eines Anwesens an der Hauptstraße im Bebraer Ortsteil Gilfershausen braucht Hilfe: Das Haus ist marode und bis unters Dach voll mit einem Sammelsurium von allem möglichen Zeug, das kaum noch einer braucht.

Gert Reinmüller braucht Hilfe, denn allein ist er mit dem großen Anwesen an der Hauptstraße in Gilfershausen überfordert. Reinmüller hat das Fachwerkhaus samt Scheune, Stallung und kleinem Saal 2009 von seinem Onkel geerbt. Damals hatten ihm alle abgeraten, das Erbe anzutreten, doch er hatte sich der Verantwortung gestellt, erfahren, dass der Nachlass vollkommen überschuldet war und sich „mühsam durch ein Nachlass-Insolvenzverfahren gequält“.

Am Haus fällt der Putz ab, in einem Zimmer kann man durch ein Loch in der Wand nach draußen blicken, Balken sind marode. Auf dem Hof und drinnen regiert das Chaos: Der letzte Eigentümer war ein Mensch mit krankhafter Sammelleidenschaft, ein Messie.

Anwesen an der Hauptstraße 5 in Gilfershausen: Gert Reinmüller, der in Solz wohnt, hat viele Ideen zur Nutzung, aber es fehlen ihm die finanziellen Mittel. Fotos:  Schankweiler-Ziermann

Vom Keller bis zum Dachboden ist das Haus vollgestopft mit „Wertstoffen“, wie Reinmüller sagt, Sachen, die „einen kleinen Ditscher haben“, vieles einfach nur Müll. Sein Onkel, einst Taxifahrer, sammelte Holz und Papier, kaputtes Spielzeug, angeschlagenes Geschirr, Töpfe und Pfannen, Kronkorken, Elektrogeräte aller Art, Weckgläser und abgelaufene Lebensmittel - einfach alles. Damit stellte er sein Anwesen so zu, dass ihm gerade noch Trampelpfade durch die Räume blieben.

Gert Reinmüller erinnert sich, dass er für seine erste eigene Wohnung noch eine Brotmaschine benötigte. Der Onkel fand eine mit einem kleinen Defekt in den vielen Sachen. „Er hat alles wiedergefunden“, sagt Reinmüller. Verkauft habe der Onkel aber nichts.

Schrottimmobilie oder Kulturdenkmal? Reinmüller nennt das Anwesen mal so mal so. Ihm selbst fehlt das Geld für die Sanierung. „Ich bin hier überfordert“, erklärt der Erbe und fände es schade, wenn das Haus, das früher einmal eine Gaststätte gewesen sei, verfällt.

Die Denkmal-Behörde beim Kreis konnte ihm nicht helfen. Er solle erstmal ausräumen, hieß es von deren Seite, so erzählt Reinmüller. Doch da fängt das Problem schon an: Auch Container zum Ausräumen kosten Geld. Dabei wäre er schon froh, wenn beispielsweise jemand das Holz abholen könnte.

Nun hofft er auf ein Gespräch mit Bürgermeister Horst Groß, der gleich um die Ecke wohnt.

Reinmöller selbst hat viele Ideen, was man mit Haus und Hof machen könnte: Angefangen von einer Begegnungsstätte bis zu Ausstellungen in der Scheune. Aber allein sei das alles nicht zu schaffen, sagt er.

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Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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Quelle: HNA

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