Besuch im Zungenbrecher

Ministerpräsident Volker Bouffier informierte sich über neue K+S-Aufbereitungsanlage

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Rundgang auf der Baustelle (vorne, von links) Werksleiter Roland Keidel , Timo Lübeck, Projektmanager Matthias Jacob, K+S-Vorstandsvorsitzender Burkhard Lohr und Volker Bouffier.

Philippsthal. Der Zungenbrecher „Kainit-Kristallisations- und Flotations-Anlage“ geht dem Ministerpräsidenten fehlerfrei über die Lippen. Volker Bouffier war zu Besuch in Hattorf.

"Ich habe mich gut vorbereitet“, scherzt Volker Bouffier, nachdem er seiner dunkeln Limousine entstiegen ist. Auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Timo Lübeck ist Bouffier an den K+S Standort Hattorf gekommen. Für ihn sei es mehr als ein Pflichttermin, beteuert er – schließlich sei die Aufbereitungsanlage ein Musterbeispiel für den Ausgleich von ökonomischen und ökologischen Interessen. Gemeinsam mit dem K+S-Vorstandsvorsitzenden Burkhard Lohr und einem Tross aus Kommunalpolitikern und Unternehmensvertretern geht es mit dem Aufzug 60 Meter hinauf ins Innere des 180 Millionen Euro teuren Bauwerks. Beim richtigen Einstellen des Schutzhelms gibt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich Nachhilfe.

An großen Schautafeln erläutert Projektmanager Matthias Jacob die Funktionsweise der Anlage, die in einem mehrstufigen Verfahren aus den salzhaltigen Produktionsabwässern Wertstoffe abtrennen und zugleich nochmals 20 Prozent Salzabwasser einsparen soll. Er erklärt auch, dass dort nur Abwasser mit ausreichendem Wertstoffgehalt behandelt werden können – Haldenwässer scheiden deshalb aus. Beim anschließenden Rundgang zwischen den riesigen Wärmetauschern und Verdampfern staunt der Ministerpräsident: Dass es im Umkreis des Werkes Firmen gebe, die so etwas fertigen, sei ihm nicht bewusst gewesen.

Man könne stolz sein auf diese Anlage, die es sonst nirgendwo gibt, betont Bouffier beim anschließenden Pressegespräch – „das könnten Sie als Überschrift schreiben“. Die hessische Landesregierung setze sich weiterhin für verlässliche Rahmenbedingungen ein. Auf die Haltung des Nachbarbundeslandes habe er seinen thüringischen Amtskollegen Bodo Ramelow angesprochen. Bouffier bezeichnet es als unverständlich, warum die Politik dort den Erfolg des Unternehmens torpediere. „Bei ideologischen Gründen bleibt die Vernunft auf der Strecke“, kommentiert der Ministerpräsident. 

Die Arbeit sei aber noch nicht getan, sind sich Bouffier und Lohr einig. Mit Hochdruck werde an den Vorgaben der Flussgebietsgemeinschaft für die Zeit nach dem Ende der Laugenversenkung gearbeitet – also der Einlagerung von Abwasser unter Tage oder der optionalen Pipeline zur Oberweser. Manche Kritik an dem Vorhaben sei „hart an der Grenze“, meint Bouffier, die Verunsicherung müsse aber ernst genommen werden. „Nach meinem Besuch kann ich jetzt besser erklären, warum man nicht mehr Abwasser durch die Anlage jagen kann“, unterstricht der Regierungschef.

Quelle: HNA

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