1968 Charthit in Japan

Mehr als Country-Musik: Hans-Walter Stobbe will Hersfeld erobern

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Im hauseigenen Tonstudio: An der Wand hinter Hans-Walter Stobbe hängen Plakate, die seine Karriere dokumentieren. In dem Raum unter dem Dach mischt er seine Musik am Computer selbst. 

Bad Hersfeld. Hans-Walter Stobbe will auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Musik machen.

Hans-Walter Stobbe hatte schon mal einen Nummer-Eins-Hit. Sechs Wochen lang war er mit seiner Band „Crickets Five“ auf Platz eins in den japanischen Charts. Ihr Hit im Jahr 1968 war der Cover-Song „Summer Wine“.

Bis heute ist Stobbe der Musik treu geblieben. Vom Beats-Genre wechselte er für lange Zeit in die Country-Musik. „Leider wandelt sich die Linedance-Szene“, bedauert Stobbe. „Jüngeres Publikum fordert aktuelle Musik. Mittlerweile wird schon zu Helene Fischer getanzt.“ Heute tritt er noch drei Monate im Jahr mit der Country-Band „Arizona“ auf.

Nun, nach seinem Umzug nach Bad Hersfeld, möchte er vor allem als Solo-Entertainer auftreten. Mit Künstlernamen nennt sich der 69-Jährige Hans (Jo) Walter. „Ich trete bei Stadt- und Vereinsfeiern sowie im privaten Rahmen auf“, sagt der gebürtige Leipziger. Dabei spiele er vor allem Oldies, die er mit selbst aufgenommenem Playback aufpeppt. „Dazu singe ich und musiziere, zum Beispiel auf der Hammond-Orgel“, erklärt der Musiker.

Die Liebe zur Musik sei schon immer da gewesen, berichtet Stobbe. Als er noch ein kleiner Junge war, musste sein Großvater immer dort mit ihm hin, wo es was zu hören gab. Mit 16 Jahren kaufte er sich dann seine erste Gitarre und spielte kaum ein Jahr später schon in der ersten Band.

Stobbe lebte lange Zeit im Frankfurter Raum, wo er nach seiner Zeit mit „Crickets Five“ in einem Musikfachhandel arbeitete. 1968 heiratete er seine Frau Barbara, die aus Bad Hersfeld stammt. Im Laufe der Zeit war er Inhaber eines Musikgeschäfts in Hanau mit eignenen Angestellten sowie eines Tonstudios, in dem er zusammen mit einem Tontechniker auch andere Musiker aufnahm. „Die Verbindung zur Heimat meiner Frau blieb immer bestehen. Wegen der Familie sind wir auch jetzt zurückgezogen“, erklärt der Musiker.

Stobbe spielte insgesamt in vier Bands: „Musik war immer mein einziges Hobby, das ich zu jeder Zeit intensiv betrieben habe.“ Viele Schallplatten, CDs und Singles hat er im Laufe der Zeit aufgenommen und vermarktet. Als Bandleader war er mit „Skyliners“ (1972-1982) in der Hitparade, „Wanted“ (1982-1993) war seine erste Country-Band.

Darauf folgte „Arizona“, mit denen er im Dreiergespann noch bis heute auftritt. Auch am Countryfest in Lingelbach (Alsfeld) war das Trio schon vertreten. Außerdem waren die Musiker im Ausland unterwegs. Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark bereisten sie. Seinen schönsten Moment auf der Bühne zu beschreiben fällt Hans-Walter Stobbe schwer. „Es gab viele tolle Erlebnisse.“ Gerne erinnert er sich an die Zeit in Hanau, als „Arizona“ einmal im Monat in der „Dampflock“ auftrat. „Da war immer volles Haus. Sogar einige Besucher aus Bad Hersfeld kamen regelmäßig angereist.“

Zur Person:

Hans-Walter Stobbe (69) wurde in Leipzig geboren. 1960 flüchteten seine Eltern mit ihm aus der DDR nach Offenbach. Mit 17 Jahren spielte Stobbe in seiner ersten Band, die einen Nummer-Eins-Hit landete. 1968 heiratete der gelernte Kaufmann seine Frau Barbara, die aus Bad Hersfeld stammt. Seinen Künstlernamen Hans (Jo) Walter hatte ihm eine ehemalige Plattenfirma verpasst, weil „Jo“ internationaler klingt. Nach der Aufgabe seines Musikfachgeschäfts in Hanau zog das Ehepaar nach Boppard am Rhein, wo die Stobbes zusätzlich zur Musik noch Ferienwohnungen betrieben. Seit 2015 wohnt der Musiker mit seiner Frau in Bad Hersfeld.

Von Sarah Rössing

Quelle: HNA

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