Frühlingskonzert am Sonntag in Mecklar

Weiteröder Martin Koch ist Mandolinenspieler, der auch jodeln kann

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Erbstück: Martin Koch vor der von seinem langjährigen Mitspieler Martin Blach eigens für ihn geschnitzten Mandolinenspielerfigur. Foto: Apel

Weiterode. Seit 56 Jahren spielt Martin Koch im Mandolinenorchester Weiterode. Er findet, Musik macht glücklich und tröstet. Ein Porträt.

Was macht das in der ganzen Region bekannte Mandolinenorchester Weiterode, wenn es seinem  "Ständchendirigenten" Martin Koch zu dessen 70. Geburtstag am Donnerstag ein Ständchen spielen will? Es spielt ihm einfach mal eins ohne ihn.

Obwohl das kaum geht, denn schließlich hat „Chefdirigent“ Igor Karassik den bei alteingesessenen Weiterödern als „Schwitzer-Kochs Märten“ bekannten Musiker schon vor vielen Jahren zum „Ständchendirigenten“ ernannt. Weil Koch so gut unterhalten und moderieren, singen, ja sogar jodeln und tanzen kann, und weil er ganz einfach eines der freundlichen, das Glas immer „halb voll“ sehenden Gesichter des Mandolinenvereins ist.

Musikalisches Elternhaus

Schon im Elternhaus des Jubilars, in dem er zusammen mit drei Schwestern aufwuchs, ging es musikalisch zu. Von daher verwundert es kaum, dass Martin sich bereits in jungen Jahren Melodien aneignete, als Siebenjähriger die Ziehharmonika seines Großvaters Wilhelm Holzhauer zur Hand nahm und bei Festen die Feiernden begleitete.

Mit acht Jahren begann er mit dem Geigenspiel, mit zehn wurde er ins Schulorchester aufgenommen. Weil es keinen passenden Verein gab, bei dem er das Geigenspiel weiterführen konnte, schulte er mit vierzehn auf Mandoline um – eine Entscheidung, die sein ganzes Leben beeinflussen sollte: „Im Mai bin ich 56 Jahre lang aktives Mitglied des Mandolinenvereins, und das Musizieren macht mir bis heute Freude und Spaß wie am ersten Tag!“ Zusammen mit seinem Vereinskollegen Manfred Gollmer rief Koch als 18-Jähriger ein Gesangsduo ins Leben, das bei Vereinsveranstaltungen und Heimatabenden auftrat und für Begeisterung sorgte.

Gerne erinnert sich der Jubilar auch daran, wie er bei den Weiteröder Jahrhundertfeiern im Dorftheaterstück altersgemäß glänzte: 1957 als Kind, 2007 im gleichen Stück als Großvater.

Ein schönes Geschenk

Von daher gibt es für ihn wahrscheinlich kein schöneres Geburtstagsgeschenk, als dass er jetzt auch im „richtigen Leben“, in dem er von 1970 bis 2003 als Bäwerscher Isebähner von der 103 bis zur 232 auf allen möglichen Lokomotiven unterwegs war, auf dem besten Wege ist, Großvater zu werden. Das hat er seinem Sohn Jens, dem ältesten seiner drei Kinder „zu verdanken“, über die er sagt: „Es ist ein großes Glück, drei Kinder zu haben. Ich sorge bis heute gerne für sie, denn sie haben mir nach dem frühen Tod meiner Frau Renate über die schwere Zeit hinweggeholfen, und sie tun es bis heute.“

Das gilt auch für „seine“ Mitspieler, die ihn 2003 zur Musik „zurückholten“. Angesichts dessen ist Koch mehr denn je davon überzeugt, dass Musik nicht nur jung erhält, sondern glücklich macht und tröstet, „wenn man sie an die Seele lässt“. Selbst wenn es so ist, wie es in seinem an Alt-Weiterode erinnernden Lieblingslied geschildert wird: „So wie es früher war, wird’s nie wieder sein…“

Das singt der 70-Jährige natürlich auch am Sonntag, 22. April, 16.30 Uhr, beim „Frühlingskonzert“ des Mandolinenorchesters in der Mecklarer Kirche, zur Freude seiner „Fans“ und eingedenk seiner Überzeugung: „Musizieren, singen und tanzen – das ist mein Leben.“

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