Wahl ist am 8. April 2018

Wilfried Hagemann will Bürgermeister von Ludwigsau werden

Bürgermeisterkandidat Wilfried Hagemann mit seiner Frau Alexandra und den Kindern Niclas (25), Stina (28), Darline (22) und Phillis (18) vor ihrem Haus in Friedlos.

Ludwigsau. Am 8. April wählt Ludwigsau einen neuen Bürgermeister. Wir stellen die fünf Kandidaten in der Reihenfolge vor, wie sie auf dem Wahlzettel stehen.

Wilfried Hagemann sitzt schon dort, wo seine Mitbewerber um das Bürgermeisteramt von Ludwigsau erst hinwollen: In der Gemeindeverwaltung. Dort laufen bei ihm als Leiter der zentralen Steuerung und der Finanzen alle Fäden zusammen. „Wir sind eine der Musterkommunen im Landkreis“, sagt Hagemann stolz – und das ist auch ganz wesentlich sein Verdienst, auch wenn er im Gespräch stets die Leistung des ganzen Teams in der Gemeindeverwaltung hervorhebt.

Hagemann ist Finanzexperte. Die Einführung der Doppik und auch die Schuldenfreiheit von Ludwigsau tragen seine Handschrift. Trotzdem musste er einige Zeit überlegen, ob er tatsächlich als Bürgermeister kandidieren will. Mit der Familie wurde intensiv diskutiert, dann sagte seine Frau: „Mach’ Nägel mit Köpfen.“

Hagemann ist in Friedlos aufgewachsen. Er lebt noch in seinem Elternhaus. Seine 81-jährige Mutter wohnt unterm selben Dach, die Kinder in der Nähe. Durch seine drei Töchter und den Sohn ist er gut vernetzt, auch bei den jüngeren Leuten. Als Dozent beim Verwaltungsschulverband in Kassel, Fulda, Bad Salzungen und Bebra hält er ebenfalls den Kontakt zur jüngeren Generation.

Wahlkampf von Wilfried Hagemann mit "Jungwähler-Talk"

Im Wahlkampf macht er einen „Jungwähler-Talk“. „Ich möchte wissen, welche Erwartungen junge Leute an ihre Gemeinde haben, und was wir tun können, damit sie hier eine Zukunft haben“, sagt Hagemann, dessen älteste Tochter ihn bald zum Opa macht.

Hagemann ist 57 Jahre alt, doch das sieht er nicht als Handicap für eine Kandidatur. „Zwei Legislaturperioden würde ich machen“, sagt er, das sei auch genug. „Wir brauchen keine Dinosaurier im Rathaus.“ Ihn reize an der Kandidatur die neue Herausforderung, denn „ich will nicht nur auf die Rente warten.“ Obwohl Hagemann seit vielen Jahren SPD-Mitglied ist, ruht seine Mitgliedschaft. „Ich war seit 14 Jahren bei keiner Versammlung mehr.“ Als Angestellter der Gemeinde arbeite er schließlich zum Wohle aller Bürger.

Mit seinem bisherigen Chef, Bürgermeister Thomas Baumann, der immerhin 24 Jahre im Amt war, habe er stets „an einem Strang gezogen“, auch wenn es in einzelnen Projekten durchaus Differenzen gab. Aber am Ende haben man immer einen gemeinsamen Nenner gefunden.

Als Verwaltungsfachmann betont Hagemann vor allem die Notwendigkeit, die Verwaltung fit für die Zukunft zu machen. So müsse im Rathaus die Digitalisierung vorangetrieben werden. „Wer nicht gerüstet ist für die Zukunft, der wird geschluckt“, mahnt Hagemann. Er will die Eigentständigkeit und die wohnort-nahe Verwaltung aufrechterhalten. Voraussetzung dafür sei auch die weitere Schuldenfreiheit der Gemeinde.

Wie die Wahl auch ausgeht, der Gemeinde bleibt Wilfried Hagemann auf jeden Fall mit seiner Kompetenz erhalten. Einige Mitbewerber sagen freimütig, dass sie darüber sehr froh sind. Ein schönes Kompliment für den Bürgermeister-Kandidaten.

Die politischen Ziele von Wilfried Hagemann

Als Kämmerer von Ludwigsau liegen Wilfried Hagemann natürlich die Finanzen der Gemeinde besonders am Herzen. An der Schuldenfreiheit will er unbedingt festhalten. „Ich möchte der Gemeinde auch weiterhin Kassenkredite ersparen“, sagt er. 

Außerdem plant Hagemann jährliche Ortsbegehungen mit den Ortbeiräten und interessierten Bürgern. „Dabei sollen die Infrastruktur in Augenschein genommen und etwaige Mängel nach einer Prioritätenliste abgearbeitet werden“, erklärt er. 

Auch ein Grünflächenkataster soll erstellt werden, um notwendige Arbeiten besser koordinieren zu können. „Die Ortsbeiräte müssen ernst genommen werden, bislang fehlt es ihnen oft an Feedback aus der Verwaltung“, meint Hagemann. 

In der Debatte um die Zukunft der ärztlichen Versorgung in der Gemeinde plädiert Hagemann dafür, die gegenwärtige Konstellation mit selbstständigen Praxen und der Apotheke zu erhalten. Bedeckt hält er sich beim Thema Straßenbeiträge. Er will in dieser Frage die „Rechtsfindung in Hessen“ abwarten, derzeit sei vieles in der Schwebe. Die Ansiedlung von Gewerbe und die Vermarktung von freien Flächen soll bei ihm „Chefsache“ sein. 

Die Familienfreundlichkeit, die Unterstützung von Ehrenamtlichen und Vereinen und die Gestaltung des demografischen Wandels sind auch für Hagemann wichtige Zukunftsthemen der Gemeinde.

Zur Person 

Wilfried Hagemann (57) ist in Friedlos aufgewachsen. Bei der Kreisverwaltung machte er eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten und absolvierte danach ein Studium zum Diplom-Verwaltungswirt in Kassel und eine Fortbildung zum Verwaltungsbetriebswirt. 

Bis 2007 war Hagemann beim Kreis beschäftigt, unter anderem als Ausbildungsleiter, Rechnungsprüfer und Leiter des Immobilienmanagements. Seit 2008 ist er bei der Gemeinde Ludwigsau für zentrale Steuerung und als Leiter Finanzen tätig. Hagemann ist verheiratet und hat drei Töchter und einen Sohn, er wird bald Opa. (kai)

Wilfried Hagemann: Kurz gefragt

Mein Lieblingsplatz in Ludwigsau ist...

da gibt es inzwischen mehrere, weil mir im Rahmen der Ortsteilbegehungen aufgefallen ist, dass jeder Ort seinen besonderen Reiz mit einem für sich sprechenden landschaftlichen Panorama hat. 

Neubürger sollten nach Ludwigsau ziehen, weil...

sie hier intakte Ortsgemeinschaften, ausgewogene Infrastruktur, familienfreundlichen und wohnortnahen Erholungsraum, kurz eine lebens- und liebenswerte Gemeinde vorfinden. 

Wenn ich einem Fremden Ludwigsau in wenigen Worten beschreiben soll, dann sage ich...

mit 112 km² flächengrößte und waldreichste Gemeinde im Nordosten Hessens, im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, im Herzen von Deutschland, zentrale Anbindung an alle Regionen Deutschlands. 

Als Bürgermeister bin ich besonders geeignet, weil...

ich ab dem ersten Tag mit 100 Prozent meine Amtsgeschäfte aufnehmen könnte. 

Sollte ich dennoch nicht Bürgermeister werden, dann...

muss ich mir Gedanken machen warum? 

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