Deutlich über Bundesdurchschnitt

Corona-Inzidenz in Hersfeld-Rotenburg: Logistik hält die Zahlen hoch

Eine Hand mit blauem Handschuh hält einen Corona-Schnelltest
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Corona-Schnelltests zeigen im Landkreis wesentlich häufiger „positiv“ als im Bundesdurchschnitt. (Symbolbild)

Deutschlandweit fallen seit Tagen die Corona-Zahlen. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg will die Kurve aber nicht so recht sinken.

Hersfeld-Rotenburg – Mit einer Inzidenz von 174,7 stand der Landkreis am Dienstag laut Robert-Koch-Institut auf Platz 42 aller 401 Landkreise und kreisfreien Städte. Der Wert lag um fast 60 Punkte höher als der Bundesschnitt. Woran liegt das?

Das Gesundheitsamt in Bad Hersfeld liefert auf Nachfrage unserer Zeitung mehrere Erklärungsansätze. Ausschlaggebend für den Anstieg der Infektionszahlen in den vergangenen Tagen – die Inzidenz lag Ende der vergangenen Woche unter 150 – sei „unter anderem ein Infektionscluster in einem heimischen Logistikbetrieb“, so Kreissprecher Pelle Faust. Die Anzahl der dort ermittelten Infektionen liege derzeit „im unteren zweistelligen Bereich“ und sei auf die britische Virusmutation zurückzuführen. Um welchen Betrieb es sich handelt, sagte er mit Verweis auf den Datenschutz nicht. „Das Gesundheitsamt befindet sich im engen Austausch mit dem Betrieb und hat umfassende Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Neben einer Quarantänisierung der Betroffenen sind Reihentestungen durchgeführt worden“, so Faust.

Fast 11.000 vollständig geimpft

Nach offiziellen Angaben des Landkreises waren am Dienstag mehr als 27.000 Menschen, also 22,5 Prozent der Kreisbevölkerung, mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. 10.900 (neun Prozent) haben bereits ihre zweite Spritze erhalten. Die tatsächlichen Impfquoten dürften, vor allem bei den Erstimpfungen, allerdings deutlich höher liegen, da die Impfungen in den Arztpraxen nicht regional erfasst werden. Die Ärzte verabreichen seit Anfang April Corona-Wirkstoffe. 

Ohnehin gebe es im Kreis aufgrund der geografischen Lage und Stellung als „Logistik-Drehscheibe Deutschlands“ einen regen Austausch von Waren und dementsprechend auch von Menschen, die diese transportieren. „Immer wieder kann es hierdurch zu lokalen Ausbrüchen von Corona-Infektionen kommen“, betont Faust.

Darüber hinaus verteile sich das Infektionsgeschehen weiterhin – mit Ausnahme von Cornberg und Nentershausen – über das gesamte Kreisgebiet und sei zu großen Teilen auf private Kontakte zurückzuführen.

Der Landkreis appelliert mit Blick auf die bevorstehenden Feiertage daran, weiterhin auf die Hygiene- und Schutzmaßnahmen zu achten, vor allem im privaten Umfeld. „Es ist wichtig, die von Land und Bund vorgegebenen Einschränkungen auch trotz einer gewissen Pandemiemüdigkeit einzuhalten“, so Faust.

Immerhin: Die Lage in den Krankenhäusern scheint sich weiter zu entspannen. Nach Auskunft aus dem Landratsamt wurden gestern 39 Covid-Patienten stationär versorgt, davon elf auf Intensivstationen. Laut dem Divi-Intensivregister waren am Dienstag 15 von 53 Intensivbetten frei. (Sebastian Schaffner)

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