Tierseuche könnte über Lebensmittel eingeschleppt werden

Landwirte warnen vor Schweinepest

Hersfeld-Rotenburg. Die Landwirte im Kreis befürchten, dass die Afrikanische Schweinepest in die Region eingeschleppt werden könnte.

Zuletzt wurde die Viruserkrankung im November in der Nähe der polnischen Hauptstadt Warschau bei Wildschweinen nachgewiesen. Landwirt Carsten Mawick warnt davor, dass die Seuche insbesondere an Rastplätzen durch entsorgte, infizierte Lebensmittel verbreitet wird. Auf dem Parkpatz an der B62 zwischen Friedewald rasteten in den vergangenen Monaten beispielsweise bis zu 20 osteuropäische Kleintransporterfahrer unter prekären hygienischen Bedingungen – Müllbehälter, in denen Essensreste entsorgt werden können, gibt es ebensowenig wie sanitäre Anlagen.

Risiko als hoch eingestuft

„Das Eintragsrisiko über das „Wurstbrot“ aus dem Osten Europas, welches hier von Wildschweinen aufgenommen werden könnte, wird derzeit als hoch eingestuft“, erklärt auch der Leiter des Fachdienstes Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises, Dr. Thomas Berge. Raststätten und Parkplätze an Fernstraßen seien neuralgische Punkte, an denen aktiv über die Gefahr informiert werden müsse. Mehrfach hätten Mitarbeiter des Fachdienstes einen vom Landwirtschaftsministerium in sechs Sprachen erstellten Info-Flyer übergeben. 

Von einer „stillen Bedrohung“ spricht die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Hersfeld-Rotenburg, Anke Ross. Indem sie Hygienevorschriften einhalten, den Zutritt von Unbefugten unterbinden und Wildschweine von Ställen im Außenbereich fernhalten, könnten Landwirte zwar verhindern, dass die Seuche in den eigenen Bestand eingeschleppt wird. Sollte die Krankheit in Deutschland allerdings ausbrechen, würde der Schweinefleisch-Markt durch Exportbeschränkungen und sinkende Nachfrage durch die Verunsicherung bei den Verbrauchern zusammenbrechen, fürchtet die Geschäftsführerin. 

Hintergrund

Für Menschen nicht gefährlich

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die Haus- und Wildschweine befällt. Sie kam ursprünglich nur in Afrika vor. 2007 wurde sie über Georgien in den Osten Europas eingeschleppt. Mögliche Symptome sind hohes Fieber, eine Blaufärbung der Haut, Husten, Atemnot, blutiger Durchfall und Erbrechen. Bei einem Großteil der infizierten Tiere führt die Krankheit zum Tod. Die Afrikanische Schweinepest ist keine auf den Menschen übertragbare Krankheit und daher für den Menschen ungefährlich. Da es dagegen keinen Impfstoff gibt, ist die Bekämpfung deutlich schwerer als die der Europäischen Schweinepest, die durch Impfköder eingedämmt wurde. (jce)

Von Jan-Christoph Eisenberg

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