Montagsinterview mit Grünen-Politikerin aus Wildeck

Landtags-Nachrückerin Kaya Kinkel will Stimme für die Region sein 

Unterwegs in Europa: Die 29-jährige Kaya Kinkel vor dem VW-Bus, mit dem sie in diesem Sommer mit ihrer Familie bis nach Slowenien gefahren ist. Foto: privat

Hersfeld-Rotenburg. Sommerzeit ist Reisezeit. Auch die Wildeckerin Kaya Kinkel ist mit ihrer Familie zurzeit in Slowenien unterwegs. Eine letzte Verschnaufpause, bevor sie im Oktober als Nachrückerin für die Grünen in den Landtag einzieht. Kai A. Struthoff sprach telefonisch mit Kaya Kinkel über ihre Pläne.

Frau Kinkel, Sie mussten fast zweieinhalb Jahre warten, um nun in den Landtag nachrücken zu dürfen. Lohnt sich das überhaupt für die recht knappe verbleibende Zeit?

Kaya Kinkel: Es sind ja noch anderthalb Jahre bis zum Ende der Legislaturperiode. Ich habe lange auf diese Möglichkeit hingearbeitet, gewartet und gehofft. Ich freue mich, dass es nun klappt, wenn auch nur für eine überschaubare Zeit.

Es hätte ja schneller gehen können, wenn Ihr Parteichef Tarek Al-Wazir sein Landtagsmandat abgegeben hätte, das er als Minister ja eigentlich nicht braucht. Wurmt Sie das?

Kinkel: Nein, denn wenn es schneller gegangen wäre, dann hätte sich mein Leben in den letzten Jahren ganz anders entwickelt. Dann hätte ich sicher nicht so schnell ein Kind bekommen, und deshalb bin ich eigentlich sehr froh, dass alles so gekommen ist, wie es ist.

Was wollen Sie im Landtag für unsere Region erreichen?

Kinkel: Als Kreispolitikerin aus dem ländlichen Raum möchte ich vor allem darauf achten, dass sich die finanzielle Ausstattung der Kommunen nicht verschlechtert. Wenn Aufgaben übertragen werden, dann müssen dafür auch die Kosten übernommen werden – zum Beispiel bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Ein Herzensthema ist für mich die Energiewende. Bei uns wird ja heftig über die Windkraft diskutiert, und es hat sich auch viel bewegt. Ich möchte, dass die Kommunen, aber auch die Bürger über Genossenschaften die Möglichkeit erhalten, sich an Windkraftanlagen zu beteiligen. Da ist es gut, dass jetzt die Kommunen mit 20 Prozent an den Pachteinnahmen von Hessenforst beteiligt werden. Aber die Akzeptanz vor Ort reicht noch nicht aus. Deshalb muss man einen ständigen Dialog mit den Windkraftgegnern führen, um die ganze Diskussion auch mit Argumenten zu versachlichen. Ich finde es ganz wichtig, dass wir immer wieder die Politik erklären und auch das eigene Handeln den Bürgern nahebringen, sonst entfernt sich die Politik zu weit von den Menschen.

Die Grünen haben seit jeher ein ambivalentes Verhältnis zur Kali-Industrie. Werden Sie in Wiesbaden auch die Interessen der rund 4500 K+S-Mitarbeiter vertreten?

Kinkel: Ich glaube, die K+S-Mitarbeiter haben in der Vergangenheit gemerkt, dass die Grünen nicht gegen ihre Interessen agieren, sondern sich um Ausgewogenheit bemühen. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich manche Behördenentscheidung kritisch gesehen habe. Aber als Wildeckerin kenne ich auch die persönliche Betroffenheit der anderen Seite und sehe, was die Laugenversenkung anrichten kann, und welche Auswirkungen die Kali-Industrie auf die Umwelt hat. Auch diese kritische Stimme möchte ich im Landtag einbringen.

Das vollständige Interview lesen Sie am Montag in der gedruckten Ausgabe und im E-Paper. 

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