Impfteams für sieben Orte

Landkreis Hersfeld-Rotenburg reaktiviert mobiles Impfangebot ab 3. Dezember

Virologe Ulf Dittmer rät jungen Frauen von den Corona-Impfungen mit Astrazeneca und Johnson & Johnson ab. Die Kosten-Nutzen-Berechnung hinsichtlich einer Thrombose lasse keine Empfehlung der beiden Impfstoffe zu. (Symbolbild)
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Sieben Tage die Woche an sieben Orten in Hersfeld-Rotenburg: Der Landkreis reaktiviert das mobile Impfangebot, das mit dem Aus für das Impfzentrum Ende September ebenfalls eingestellt worden war. (Symbolbild)

Um die Impfquote in Hersfeld-Rotenburg zu erhöhen, schickt der Landkreis ab dem 3. Dezember bis Ende März wieder vorerst zwei mobile Impfteams durchs Kreisgebiet.

Hersfeld-Rotenburg – Geplant ist, dass ein Team an sieben Tagen in der Woche Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen an sieben Orten im Kreis anbietet – ohne Anmeldung, wie Landrat Torsten Warnecke (SPD) betont. Ein zweites Impfteam soll auch in den Alten- und Pflegeheimen unterstützen.

Mit der Reaktivierung der mobilen Angebote hat der Landkreis wieder das Klinikum in Bad Hersfeld beauftragt. „Die kommunale Trägerschaft des Klinikums hat sich in der Krise schon beim Impfzentrum mehr als vorteilhaft erwiesen“, so Warnecke. Zudem hätten die Teams mit den „Spritztouren“ quer durch den Landkreis ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Allein bei den Touren im Sommer ließen sich kreisweit 2206 Menschen impfen.

Zahl der Impfteams kann an die „aktuelle und dynamische Lage“ angepasst werden

Die Leitung der Impfteams teilen sich Maike Henning und Martin Ködding, die bereits das Impfzentrum in der Göbel Hotels Arena geführt hatten. „Wir können das zusätzliche Impfangebot jederzeit an die aktuelle und dynamische Lage anpassen“, so Henning und Ködding in einer Pressemitteilung. Würden also im Laufe des Winters mehr Impfteams benötigt, könnte die Zahl kurzfristig erhöht werden.

Nach dem Aus für das Impfzentrum: Seit Oktober impfen nur noch Ärzte

Der Landkreis hatte mit dem politisch gewollten Aus des Impfzentrums nach dem 30. September auch die mobilen Impfteams aufgelöst. Andere Kreise und Städte haben ihre Impfangebote hingegen aufrecht erhalten. Die Impfkampagne in Hersfeld-Rotenburg müssen seitdem die Hausarztpraxen und Betriebsärzte allein schultern. Zuletzt hatte die CDU den Landkreis aufgefordert, auf die sich wieder zuspitzende Corona-Entwicklung zu reagieren.

Zusätzlich soll es je nach Nachfrage und vorhandenem Impfstoff auch Sonderimpfaktionen wie Schulimpfungen durch das zweite Impfteam geben, kündigen sie an: „Das werden wir dann kurzfristig bekannt geben.“

Viele Fragen zur nächsten „Spritztour“ sind noch offen

Ohnehin sind zahlreiche Fragen weiterhin offen: Welche Städte und Gemeinden auf dem Fahrplan stehen, zu welchen Zeiten und welcher Impfstoff verabreicht wird – all das werde erst „im Laufe der nächsten Tage“ bekannt gegeben, so Kreissprecherin Jasmin Krenz auf Nachfrage unserer Zeitung.

Fest stehe bereits, dass das im Kreisgebiet rotierende Team einen festen Impf-Rhythmus haben werde, sagt Landrat Warnecke. So solle das Impfteam an bestimmten Tagen immer am selben Ort impfen, beispielsweise freitags immer in Bebra.

Adelheid Merle, Leiterin des Gesundheitsamts, betont, dass der Landkreis mit einer Impfquote von über 73 Prozent bereits eine „hervorragende Impfquote“ aufweise. Dennoch sei die Booster-Impfung „immens wichtig“ und sollte von Menschen ab 18 Jahren auch wahrgenommen werden. (Sebastian Schaffner)

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