Inzidenz weiter über 200 - Aber keine 15-Kilometer-Regel

Landkreis Hersfeld-Rotenburg: Nächtliche Ausgangssperre tritt wieder in Kraft

Auf dem Bild kontrollierten die beiden Polizeibeamten Kira Wegner (links) und Heiko Hummel die Einhaltung der nächtlichen Ausgangssperre im fast menschenleeren Bad Hersfeld.
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So sah zu Beginn der ersten Ausgangssperre in Herseld-Rotenburg aus: Die beiden Polizeibeamten Kira Wegner (links) und Heiko Hummel kontrollieren die Einhaltung der nächtlichen Ausgangssperre in Bad Hersfeld.

Obwohl die Corona-Inzidenz seit drei Tagen über der kritischen Marke von 200 liegt, verzichtet der Landkreis Hersfeld-Rotenburg darauf, die 15-Kilometer-Regel umzusetzen.

Hersfeld-Rotenburg - Das hat der Verwaltungsstab am Montag beschlossen. Das Gremium um Landrat Dr. Michael Koch (CDU) begründet diesen Schritt damit, dass es im Kreisgebiet keine klassischen tagestouristischen Hotspots gebe wie etwa die Wintersporthochburgen in Willingen und in der Rhön, die in den vergangenen Tagen zahlreiche Menschen angelockt hatten.

„Im Landkreis haben wir mit dem Eisenberg derzeit nur ein stärker frequentiertes Ausflugsziel, das durch Tagesgäste zu einem Hotspot werden könnte“, so Koch. Bislang habe es dort aber noch keine Probleme gegeben. „Jeder Eingriff in die Rechte der Bürger muss sorgfältig abgewogen werden. In unserer ländlichen Region wäre eine 15-Kilometer-Regelung derzeit nicht verhältnismäßig.“

Die Situation am Eisenberg werde jedoch weiter beobachtet. „Sollte sich hier ein Problem ergeben, könnten wir zusammen mit den beiden örtlich zuständigen Bürgermeistern andere wirksame Maßnahmen wie zum Beispiel die Sperrung der Zufahrtsstraßen ergreifen. Insofern wäre eine pauschale Beschränkung für alle Kreisbewohnerinnen und Kreisbewohner im vorliegenden Fall nicht verhältnismäßig“, so Koch.

Die Regelung, dass sich Bewohner in Gebieten mit einer Inzidenz über 200 ohne triftigen Grund nur noch 15 Kilometer um das eigene Ortsschild bewegen dürfen, zielt laut Staatskanzlei vor allem darauf ab, Tagesausflüge und überlaufene touristische Ziele zu vermeiden.

Auch der Landkreis Fulda hat trotz hoher Inzidenz (Montag: 346) entschieden, vorerst nicht die 15-Kilometer-Regel einzuführen, sperrte aber zeitweise Parkplätze an der Wasserkuppe. Gießen (225) und Limburg-Weilburg (263) setzen die Regel seit Montag um, der Vogelsbergkreis zieht Mittwoch nach.

Gleichwohl gilt im Kreis Hersfeld-Rotenburg ab Dienstag eine neue Allgemeinverfügung bis 31. Januar, aus der hervorgeht, dass ab dem heutigen Dienstagabend wieder eine allgemeine Ausgangssperre in der Zeit zwischen 21 und 5 Uhr in Kraft tritt. Ausnahmen seien triftige Gründe wie medizinische Versorgungen, die Begleitung Sterbender und berufliche Tätigkeiten.

Zudem ist der Konsum von alkoholischen Getränken im öffentlichen Raum sowie die Abgabe zum sofortigen Verzehr solcher Getränke ganztags untersagt. (ses)

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