Nach Jahren mit „schwarzer Null“

Kreiskrankenhaus in Rotenburg macht Plus: Klinikkonzern mit sechsstelligem Gewinn

Der Haupteingang des Kreiskrankenhauses Rotenburg (KKH).
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Obwohl das Konzernergebnis 2020 besser ausfällt als im Vorjahr, sind die Patientenzahlen im Kreiskrankenhaus Rotenburg - unser Foto zeigt den Haupteingang - deutlich zurückgegangen. 

Das Rotenburger Kreiskrankenhaus (KKH) hat erstmals seit zwei Jahren wieder Gewinn gemacht - obwohl die Patientenzahlen im Corona-Jahr 2020 deutlich zurückgegangen sind.

Rotenburg – Wie Geschäftsführer Andreas Maus mitteilt, erzielte der KKH-Konzern im vergangenen Geschäftsjahr „ein positives Betriebsergebnis im mittleren sechsstelligen Bereich“. Das genaue Ergebnis wollte Maus nicht öffentlich nennen. In den vergangenen Jahren hatte das Kreiskrankenhaus stets eine „schwarze Null“ erwirtschaftet.

Obwohl das Konzernergebnis 2020 besser ausfällt als 2019, sind die Patientenzahlen deutlich zurückgegangen. Behandelte das Krankenhaus im Jahr zuvor noch rund 7100 Menschen stationär und 10 000 ambulant, waren es im abgelaufenen Geschäftsjahr nur noch 6200 stationär und 8350 ambulant. Das entspricht einem Rückgang um 14 bis 16 Prozent. „Hauptgrund für den Rückgang war die Pandemie“, sagt Andreas Maus. Wie alle Kliniken habe auch das KKH Betten freihalten und planbare, nicht dringende Operationen verschieben müssen. Allerdings habe das KKH dafür Freihaltepauschalen vom Bund erhalten.

476 Menschen arbeiten im KKH-Konzern

183 Betten hat das Kreiskrankenhaus in Rotenburg, das vom Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf getragen wird. Der KKH-Konzern, zu dem auch das Medizinische Versorgungszentrum, das Pflegezentrum und die für das Parkhaus zuständige Servicegesellschaft gehören, beschäftigt insgesamt 476 Menschen, darunter 44 Ärzte und 166 Pflegekräfte.

„Natürlich haben die Ausgleichszahlungen dafür gesorgt, dass unsere Mindererlöse reduziert werden konnten“, sagt Maus. „Wir haben aber mit Corona-Hilfen kein Geld verdient.“ Vielmehr sei das Ergebnis auf Einsparungen bei den Beschaffungskosten und eine gestiegene Fallschwere in der Chirurgie zurückzuführen.

Kreiskrankenhaus: Ziel für 2021 ist wieder eine „schwarze Null“

Das KKH hat im vergangenen Jahr keine Kurzarbeit angemeldet, es sei auch kein Personal abgebaut worden. „Das liegt aber auch an gesetzlichen Pflegepersonaluntergrenzen“, sagt Maus. Für die insgesamt 476 Mitarbeiter zahlt sich indes der Gewinn aus. Sie werden gemäß dem Diakonie-Tarif AVR an positiven Betriebsergebnissen beteiligt, indem sie laut Maus eine „anteilige Auszahlung der zweiten Hälfte der Jahressonderzahlung“ erhalten. In den Vorjahren hatten die Mitarbeiter auf diesen Teil der Zahlung verzichtet, die vergleichbar mit dem früheren Urlaubs- und Weihnachtsgeld ist.

Für das aktuelle Geschäftsjahr wagt Andreas Maus indes noch keine Prognose. „Niemand weiß, wie es mit Corona weitergeht.“ Ziel sei deshalb wieder eine „schwarze Null“. (Sebastian Schaffner)

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