Ausbildung mit Übernahmegarantie

Kreiskrankenhaus in Rotenburg hat neue Schule für Pflegeberufe gegründet

Üben in der neuen Pflegeschule für den Berufsalltag: Johanna Knies (vorn) versorgt ihre Mitschülerin Leonie Jahnke, die hier in einem Ausbildungsszenario eine Patientin mit Oberarmbruch spielt. Ausbilderin Schwester Ulrike Schran schaut im Hintergrund aufmerksam zu.
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Üben in der neuen Pflegeschule für den Berufsalltag: Johanna Knies (vorn) versorgt ihre Mitschülerin Leonie Jahnke, die hier in einem Ausbildungsszenario eine Patientin mit Oberarmbruch spielt. Ausbilderin Schwester Ulrike Schran schaut im Hintergrund aufmerksam zu.

Die ersten zehn Schüler sind schon seit Herbst da – offiziell gegründet hat sich die neue Pflegeberufeschule am Kreiskrankenhaus in Rotenburg aber erst jetzt. Der Grund: Corona.

Rotenburg – Die formelle Verspätung hing mit der staatlichen Anerkennung durch das Regierungspräsidium Darmstadt zusammen, die sich pandemiebedingt hinzog, nun aber erfolgt ist. Die Pflegeberufeschule ist aus der früheren Altenpflegeschule des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf, dem Träger des KKH, und der bisherigen Krankenpflegeschule hervorgegangen.

Neu ist vor allem: Die Schüler legen sich nicht mehr fest, ob sie später beispielsweise in der Kranken- oder der Altenpflege arbeiten wollen. „Die klassischen Berufsbezeichnungen gehören jetzt der Vergangenheit an“, sagt Oberin Karla Krause-Heid. Wer die Ausbildung an der neuen Pflegeberufeschule absolviert, darf sich nach drei Jahren Pflegefachfrau nennen – oder Pflegefachmann. „Gut ein Viertel unserer Schüler ist männlich“, sagt Schulleiter Maik Schmidt.

Die Ausbildung beinhaltet 2500 Praxis- und 2100 Theoriestunden und deckt verschiedene Pflegebereiche ab. Der Abschluss ist EU-weit anerkannt und entspricht den Vorgaben des neuen Pflegeberufegesetzes. Mit dem Gesetz sind die bisherigen Ausbildungsberufe im vergangenen Jahr zur neuen sogenannten generalistischen Pflegeausbildung zusammengeführt worden.

Chancen auf Übernahme liegen bei „110 Prozent“

Und wie stehen die Chancen, nach der Ausbildung übernommen zu werden? „Die liegen bei 110 Prozent“, sagt Oberin Krause-Heid. Fakt sei, dass überall Pflegefachkräfte händeringend gesucht würden. Deshalb würden in der Regel alle Absolventen weiterbeschäftigt. „Gesundheitseinrichtungen benötigen dringend qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Karla Krause-Heid.

Insgesamt entstehen im Laufe der Zeit in der Schule 60 Ausbildungsplätze. Zehn Schüler bilden seit Oktober 2020 den ersten Jahrgang. Für diesen Oktober rechnet Schulleiter Maik Schmidt mit 20 neuen Schülern. „Ein paar Plätze sind noch frei“, sagt er. Auch weitere Lehrkräfte und eine Praxiskoordinatorin seien für die Pflegeberufeschule neu eingestellt worden.

Bereits im vergangenen Jahr hat das KKH mit der Ludwig-Fresenius-Schule in Bad Hersfeld zudem einen regionalen Ausbildungsverbund gegründet, dem inzwischen 30 Kooperationspartner angehören. Mitglieder sind etwa verschiedene Einrichtungen der ambulanten und stationären Altenhilfe sowie das Klinikum Bad Hersfeld mit seinem Institut für Gesundheitsberufe. Über diesen Ausbildungsverbund sollen an der neuen Schule nicht nur Schüler des KKH, sondern auch Schüler von den beteiligten Einrichtungen ausgebildet werden.

Geplant sei ein Ausbildungsnetzwerk im gesamten Landkreis. „Es geht nicht mehr darum, nur an sich zu denken“, sagt die Oberin am Kreiskrankenhaus in Rotenburg: „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die jungen Leute hier im Landkreis zu halten.“ (Sebastian Schaffner)

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