13 Kommunen in Hersfeld-Rotenburg betroffen

Plan für Windkraft-Vorranggebiete soll erneut offengelegt werden

Das Regierungspräsidium (RP) in Kassel wird voraussichtlich den Teilregionalplan Energie, der Vorranggebiete für Windkraftanlagen festlegt, erneut offenlegen.

Die Offenlegung soll aber beschränkt werden auf die Flächen, die nach der zweiten Offenlegung des Plans am 7. Oktober 2016 von der Regionalversammlung geändert worden waren. Damals waren 44 Vorranggebiete in sechs Landkreisen geändert worden. Für diese müsste die dritte Offenlegung in einem ergänzenden Verfahren nachgeholt werden.

Für den Kreis Hersfeld-Rotenburg waren 2016 für sieben von 32 Vorrangflächen Änderungen beschlossen worden. Zwei Flächen waren ganz gestrichen worden. Die Flächen im Kreis wurden um 358 Hektar auf 2755 Hektar reduziert.

Der Haupt- und Planungsausschuss empfiehlt der Regionalversammlung dieses ergänzende Verfahren. Das hat der Ausschuss vor Kurzem beschlossen. Die Versammlung wird am 3. Juni darüber entscheiden. Das teilte RP-Pressesprecher Michael Conrad mit.

Damit reagiert der Haupt- und Planungsausschuss auf die kritische Einschätzung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes vom Januar 2018. Darin hatten die Richter die Eilanträge zweier nordhessischer Kommunen gegen den Teilregionalplan zwar abgelehnt, aber in der Begründung ließen sie erkennen, dass die Streichung oder Verkleinerung von 44 Vorranggebieten für die Windenergienutzung ohne eine weitere Öffentlichkeitsbeteiligung als kritisch angesehen wird. Diese hatte damals nicht stattgefunden.

Das ergänzende Verfahren bedeutet die erneute Beteiligung von 52 betroffenen Kommunen. Die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange werden umfassend beteiligt. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind folgende Kommunen betroffen: Alheim, Bebra, Cornberg, Friedewald, Hauneck, Haunetal, Heringen, Hohenroda, Ludwigsau, Neuenstein, Niederaula, Rotenburg und Wildeck.

Bei den Änderungen im Jahr 2016 waren in den sechs nordhessischen Landkreisen insgesamt 19 Vorranggebiete komplett gestrichen worden. Der Flächenverlust gegenüber der zweiten Offenlegung beträgt 1940 Hektar und damit 10,4 Prozent der Vorrangflächen. „Weiterhin können aber mit 16 705 Hektar Fläche gut zwei Prozent der Planungsregion Nordhessen für die Windenergienutzung zur Verfügung gestellt werden. Die landesweite Richtgröße wird damit erreicht“, betonte RP-Pressesprecher Michael Conrad.

Geänderte Flächen im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg hatte die Regionalversammlung im Oktober 2016 die Änderung folgender Vorrangflächen für Windkraftanlagen beschlossen:

HEF 02: Bebra-Rautenhausen, Asmushausen, Cornberg-Königswald, Rockensüß, Rotenburg-Erkshausen, Seifertshausen (Callandkopf bis Schlechteberg/Franzosenstraße), Reduzierung von 246 auf 133 Hektar wegen Überflug des Rotmilans.

HEF 11: Alheim-Licherode, Ludwigsau-Ersrode (Rehkopf), Reduzierung von 166 auf 162 Hektar. Der Grund: Korrektur wegen Denkmal-Abstand.

HEF 18: Ludwigsau-Hainrode, Oberthalhausen, Neuenstein-Mühlbach (Höhwald/Eichkopf), 49 Hektar. Diese Fläche entfällt aus Umfassungsgründen (drohende Umzingelung von Orten). . HEF 21: Friedewald, Heringen, Kleinensee, Wildeck-Hönebach (Gaishecke), Reduzierung von 568 auf 554 Hektar. Der Grund: Korrektur um einen Außenbereich-Puffer (Abstand zu Einzelbebauung).

HEF 38: Hohenroda-Ransbach (Stöckig) 107 Hektar. Entfällt wegen bereits im Vorranggebiet angelaufener Ausgleichsmaßnahmen zur Kali-Haldenerweiterung.

HEF 45: Haunetal-Kruspis, Stärklos, Wehrda, Niederaula-Mengshausen (Sternberg/Werngesduppe), Reduzierung von 73 auf 17 Hektar. Der Grund: Rotmilan-Horste.

HEF 55: Haunetal-Wehrda (Küppel/Wildaker), Reduzierung von 95 auf 80 Hektar aus Umfassungsgründen. Diese geänderten Flächen sollen nach den Sommerferien noch einmal offengelegt werden.

Rubriklistenbild: © Thomas Thiele

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