Nach Kontakt sollte Arzt aufgesucht werden

Für Menschen giftige Pflanze: Bärenklau kann zu Verbrennungen führen

Die Pflanze auf dem Bild steht am Waldrand in Beiershausen, der sogenannten Falkenbach.

Hersfeld-Rotenburg. Einst als Zierpflanze aus dem Kaukasus eingeführt, birgt der Riesen-Bärenklau erhebliche Gefahren für die menschliche Gesundheit.

Bei Berührung der Pflanze kommt es in Kombination mit direkter Sonneneinstrahlung zu Verbrennungen und Bläschenbildung. Verantwortlich dafür ist der giftige Pflanzensaft. Er enthält phototoxische Stoffe, sogenannte Furancumarine.

Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg, so die Naturschutzbehörde in Bad Hersfeld, kommt die giftige Pflanze vor. Sichtungen gibt es im Bad Hersfelder Stadtteil Beiershausen, in der sogenannten Falkenbach. Auch bei Schenklengsfeld, Heringen, Wildeck oder Alheim sind Exemplare zu finden.

Nach Kontakt sollte ein Arzt aufgesucht werden

Die Folgen eines Kontaktes mit der giftigen Pflanze sind nicht zu unterschätzen, weiß auch Dr. Peter Artelt vom Gesundheitsamt des Kreises Hersfeld-Rotenburg. Ein Arzt sollte nach Kontakt mit dem Riesen-Bärenklau aufgesucht werden.

Die umgehende Meldung an die zuständige Gemeinde bei Entdecken der giftigen Pflanze ist ausdrücklich gewünscht, denn die Beseitigung gestaltet sich kompliziert. Die Bekämpfung obliege dann der jeweiligen Kommune, in der das Gewächs gesichtet wurde, so Frank Dittmar von der unteren Naturschutzbehörde in Bad Hersfeld.

Entsorgung nur mit Handschuhen

Nur mit Handschuhen, Schutzbrille und langer Kleidung wird die fachgerechte Beseitigung vom hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz empfohlen. Auch warnt das Ministerium vor der Entsorgung in der Natur oder auf dem heimischen Kompost, da noch vorhandene Samen keimen und sich ausbreiten können. Stattdessen raten Experten die Entsorgung in der Bio-Abfalltonne.

Mit dem einfachen Abschneiden des Stiels ist es aber nicht getan. Der Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genant, kann bereits lange vor Entdeckung mehrere Tausend Samen abgeworfen haben, die bis zu sieben Jahre keimfähig bleiben. Deshalb sei es wichtig, mehrmals mit der Sense gegen das hartnäckige Gewächs vorzugehen, wie es Frank Dittmar von der Naturschutzbehörde in Bad Hersfeld empfiehlt.

Blühen der Pflanze sollte vermieden werden

Die Samen können sich vielseitig verbreiten. Zum einen mit dem Wind, zum anderen bietet auch Hochwasser die Möglichkeit, die Samen weiterzutragen. Das Überschwemmungsgebiet bei Niederaula, in dem die Fulda nach der Schneeschmelze regelmäßig über die Ufer tritt, ist hierfür ein Beispiel. Die Samen können bis zu drei Tage im Wasser überleben.

Hauptaugenmerk solle laut Frank Dittmar von der Naturschutzbehörde darauf liegen, das Blühen der Pflanze zu vermeiden, um die Verbreitung weiterer Samen zu verhindern. 

Von Laura Hellwig

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