Betrug am Telefon

Falsche Polizisten treiben ihr Unwesen im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Hersfeld-Rotenburg. Die Polizei warnt vor falschen Kriminalbeamten: Betrüger haben in dieser Rolle in mindestens neun Fällen im Kreis Hersfeld-Rotenburg versucht, Geld zu erbeuten. 

Die Betrüger sind seit Montagabend aktiv, Ziel ihrer Maschenschaften: vor allem ältere Menschen, heißt es von der echten Polizei. Im Fall einer 74-Jährigen aus Bad Hersfeld ging es um rund 10.000 Euro. 

Die Seniorin wurde am Mittwochmorgen gegen 10 Uhr von einem angeblichen Kriminalbeamten angerufen. Er erzählte der Frau von einer angeblichen Festnahme eines Mannes vor ihrem Haus und fragte, ob sie nichts mitbekommen habe. 

Sie verneinte und wurde dann an einen angeblichen "Kommissar Klein" weiterverbunden. Dieser erzählte ihr, dass ihr Name in dem Notizbuch des Festgenommenen gestanden habe. 

Im weiteren Gesprächsverlauf teilte er noch mit, dass er von einer Bankangestellten wüsste, dass sie, "die Hersfelderin", etwa 10.000 Euro auf dem Sparbuch habe und nannte ihr auch ihren ungefähren Girokontostand. 

Dies stimmte zufällig annähernd mit den tatsächlichen Kontoständen überein. Sie solle die Beträge abheben und das Geld erst einmal zur Sicherheit nach Hause holen. Er würde sich wieder melden.

Die Rentnerin schöpfte Verdacht - und ging zur Polizei

Die Rentnerin fuhr zur Bankzentrale in die Stadt und hob ihr Geld komplett ab. Als sie das Geld schließlich hatte, kam ihr die Sache doch seltsam vor und sie ging zur Polizei.

Eine Kriminalbeamtin nahm sich der Rentnerin an und begleitete die Frau nach Hause. Dann rief wieder der "falsche Kriminalbeamte" an. 

Sie habe von ihrer Bank Falschgeld erhalten. Dies müsse in einem Kriminallabor untersucht werden und sie solle das Geld über einen Paketshop in Bad Hersfeld als Dokument in die Türkei überweisen. Weiterhin suggerierte der Anrufer der Rentnerin, dass ihr Telefon von der Polizei abgehört würde.

In Begleitung einer echten Kriminalbeamtin der Hersfelder Kripo zahlte die Rentnerin ihr Geld wieder sicher bei der Bank ein.

Der 74-Jährigen geht es "mittelprächtig"

Die 74-Jährige hat durch das Erlebnis einen riesigen Schrecken bekommen, heißt es von der Polizei. Sie fühle sich "mittelprächtig" und wurde noch am Donnerstag von der Kripo betreut. 

Weitere Anrufe hat die Rentnerin in der Zwischenzeit keine mehr erhalten.

Bei anderen Anrufen wurden die Betrugsmaschen etwas verändert, grundsätzlich gilt aber: Die Lage wird immer als äußerst dringlich dargestellt.

Die Masche der Täter

Die Betrüger versuchen als falsche Polizisten am Telefon, ihre Opfer unter verschiedensten Vorwänden dazu zu bringen, Geld und Wertgegenstände im Haus oder auf der Bank an einen Unbekannten zu übergeben, der sich ebenfalls als Polizist ausgibt. 

Dazu behaupten die Betrüger beispielsweise, dass Geld und Wertgegenstände bei ihren Opfern zuhause oder auf der Bank nicht mehr sicher seien oder auf Spuren untersucht werden müssten. 

Dabei nutzen die Täter auch eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Telefonanzeige der Angerufenen die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Telefonnummer erscheinen lässt. 

Grundsätzlich wird bei der Polizei kein Anruf über den Notruf 110 getätigt.

Das rät die Polizei

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kreis Hersfeld-RotenburgRotenburg (an der Fulda)
Kommentare zu diesem Artikel