Jeder sammelt pro Jahr bis zu 100 Kilo Biomüll

Plastik, Kadaver und Fäkalien: Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat Problem mit Biomüll

Auch Windeln gehören nicht in den Biomüll: AZV-Geschäftsführer Georg Körner zeigt in der Ludwigsauer Entsorgungsanlage des Abfallwirtschafts-Zweckverbands, wie nachlässig beim Müll getrennt wird.

Hersfeld-Rotenburg. Plastikteile oder sogar tote Tiere und Fäkalien im Biomüll stellen Betreiber von Kompostierungsanlagen vor Probleme.

Kürzlich sind sogar Teile eines Pferdehinterlaufs in einer Biotonne gelandet, ebenso wie verendetes Wild. Das hiesige Biomaterial, das überwiegend in Herbsleben in Thüringen verwertet wird, wurde daraufhin wieder zurückgeschickt.

Vom Apfelgrips bis zum abgeblühten Blumenstrauß: Zwischen 90 und 100 Kilo Biomüll sammeln die Menschen im Kreis Hersfeld-Rotenburg pro Kopf und Jahr in den braunen oder grünen Tonnen. Das ist etwa halb so viel wie im Landkreis Kassel, dem „Hessenmeister“ im Biomüllsammeln.

92 Kilo Biomüll im Jahr pro Einwohner 

Zwei Drittel der Haushalte sammeln im Bereich des Abfallwirtschafts-Zweckverbands Hersfeld-Rotenburg AZV Biomüll, erklärt Geschäftsführer Georg Körner. 92 Kilo pro Einwohner und Jahr kommen zusammen. Im Bereich des Müllabholzweckverbands MZV, der für Rotenburg, Bebra und Ronshausen zuständig ist, sammeln über 88 Prozent der Haushalte Biomüll in der Tonne. Hier kommen runde 100 Kilo pro Einwohner und Jahr zusammen, sagt Geschäftsführer Bernhard Skolik.

Obwohl immer wieder Störstoffe, sogar Windeln oder einfach Müll im Biomüll darin landen, spricht Körner von relativ guter Qualität. Seit 2015 wird beim AZV in der braunen Tonne Kompost gesammelt. Die Beobachtung sei, dass die Qualität nach längerer Zeit nachlasse. Im Sommer ist der Kompost aufgrund der größeren Menge besser als im Winter, wo viel weniger anfällt.

Schon seit 2007 gibt es eine Tonne für Kompost und Gartenabfälle im Bereich des MZV. Drei Prozent Störstoffe sind nach den Worten von Skolik vom MZV einkalkuliert. Die Qualität schwanke, sagt auch er. Sie sei in sozialen Brennpunkten oder bei Mehrfamilienhäusern schlechter als im ländlichen Bereich.

Hintergrund: Das gehört in den Biomüll

In die Biotonne gehören folgende Abfälle: Obst- und Gemüsereste, Essensreste (auch bereits verdorbene), Kaffeefilter und Teebeutel, Gras- und Heckenschnitt, Topfpflanzen und Schnittblumen, Horn und Haar, Eierschalen und -kartons, Küchenkrepp, Papier- und Pappreste, Servietten. Feuchte Abfälle sollten in Zeitungspapier (kein Hochglanz) eingewickelt oder in Papiertüten oder Biobeuteln aus Maisstärke (DIN 1342) verpackt werden. 

Das verhindert auch das Anfrieren bei Frost sowie Gerüche im Sommer. Die Biotonne sollte aber ohnehin möglichst im Schatten stehen. Nicht in die Biotonne gehören hingegen Kleintierstreu, Staubsaugerbeutel, Windeln, Zigarettenkippen, -asche und Steine. Ebenso sind tote Kleintiere wie Vögel, Kot und Schlachtabfälle anderweitig zu entsorgen.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der gedruckten Dienstagausgabe der HNA Rotenburg-Bebraer Allgemeinen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kreis Hersfeld-Rotenburg
Kommentare zu diesem Artikel