Fälle in Hessen nehmen zu

Krätze auf dem Vormarsch: Entwarnung für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Hersfeld-Rotenburg. Eine fast vergessene Erkrankung – die Krätze – ist offenbar nicht nur in Hessen wieder auf dem Vormarsch, bisher jedoch nicht im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Die Landesvertretung der Krankenkasse Barmer registriert einen signifikanten Anstieg bei den Verordnungen für entsprechende Medikamente in Hessen und weiteren Bundesländern, und auch in den Kreisen Werra-Meißner und Waldeck-Frankenberg sowie aus Kassel werden aktuell steigende Fallzahlen gemeldet. „Die Anzahl der Verordnungen von Salben und Tabletten stieg innerhalb eines Jahres um 56 Prozent, im Bundesschnitt sogar um rund 70 Prozent“, sagt Landesgeschäftsführer Norbert Sudhoff. Ausgewertet wurden Verordnungen mit den Wirkstoffen Permethrin, Ivermectin und Benzylbenzoat der Jahre 2016 und 2017. Deren Zahl stieg von rund 2169 auf fast 3400.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg unterscheidet sich die Zahl der gemeldeten Fälle von Skabies – so der Fachbegriff – nicht signifikant von denen im Vorjahr, berichtet Peter Artelt, Leiter des Fachdienstes Gesundheit beim Landkreis. 2017 habe es von Januar bis April keine Meldung über Vorkommnisse gegeben, dafür waren es zwischen September und Dezember 2017 drei. 2018 sind dem Gesundheitsamt bislang acht Erkrankte gemeldet worden. Für Artelt steht dennoch fest: „Es ist keine Gefahr in Verzug. Ich würde von einem ganz normalen Verlauf sprechen.“

Krätze muss nicht gemeldet werden

Auch Dr. Martin Ebel, Vorsitzender des Hausärzteverbands Hessen Bezirk Hersfeld-Rotenburg, kann keine massenhafte Entwicklung erkennen, wobei es sicher eine gewisse Dunkelziffer gebe, so der Mediziner.

Meldepflichtig ist Krätze nicht. Das Gesundheitsamt werde allerdings unverzüglich informiert, wenn in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas oder Pflegeeinrichtungen (Verdachts-)Fälle auftreten, erklärt Peter Artelt. 

Krätzmilben leben unter der Haut

Bei der Krätze – Skabies oder Scabies – handelt es sich um eine Hauterkrankung, die durch Parasiten verursacht wird. Die zu den Spinnentieren gehörende winzig kleine Krätzemilbe Sarcoptes scabiei var. hominis ist ein auf den Menschen spezialisierter Parasit, dessen Weibchen sich in die obere Hautschicht eingraben. Die Haut entzündet sich und es entsteht ein starker Juckreiz. Die Skabies kommt laut Robert-Koch-Institut weltweit vor und betrifft Personen jeden Alters, wobei sie in vielen Ländern mit tropischem Klima besonders häufig auftritt. In der Regel wird die Krätze durch direkten, großflächigen, längeren oder kontinuierlichen Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen. 

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