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Konzert in Bebra: Vierstündiges Werben für den Frieden in der Ukraine

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Von: Wilfried Apel

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Gut eingepackt sorgten die Trompeter Heiko König, Herbert Prenzel und Christian Döll mit dem Eisenbahn-Blasorchester beim Friedenskonzert auf dem Rathausplatz in Bebra für flotte und besinnliche Weisen.
Gut eingepackt sorgten die Trompeter Heiko König, Herbert Prenzel und Christian Döll mit dem Eisenbahn-Blasorchester beim Friedenskonzert auf dem Rathausplatz in Bebra für flotte und besinnliche Weisen. © Wilfried Apel

Regionale Künstler, aber auch geflüchtete Ukrainer haben am Samstag, 9. April 2022, bei einem vierstündigen Konzert vor dem Rathaus in Bebra für Frieden in der Ukraine geworben.

Bebra – Blaue-gelbe Fähnchen, nachdenkliche, aber auch strahlende Gesichter prägten am Samstagnachmittag das Geschehen auf dem Bebraer Rathausmarkt. Es ging darum, den unter dem russischen Angriff auf die Ukraine leidenden und den vor dem Krieg in die Region geflohenen Menschen zu helfen und allen Anwesenden bei allem Leid ein klein wenig Freude zu bereiten.

Bernd Holzhauer, Karl-Heinz Mönch und Wolfgang Schneider hatten ein Benefizkonzert organisiert und dafür bekannte Künstler gewonnen. Zuallererst das Eisenbahn-Blasorchester Bebra, das nach Grußworten von Landrat Torsten Warnecke und Bürgermeister Stefan Knoche erst einmal in musikalischen Erinnerungen von Hubert Wolf schwelgte.

Warnecke hatte der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass sich der Krieg nicht mehr allzu lange hinzieht, und den Wunsch geäußert, dass die zur Flucht Gezwungenen ein freundliches, den Menschen zugewandtes Deutschland erleben. Knoche hatte den drei Organisatoren für ihr Engagement gedankt und gesagt: „Wir können und müssen zusammenstehen.“

Tapfere Bläser und ein Hallelujah auf Ukrainisch

Unglücklicherweise fing es an zu regnen, kurz nachdem Moderator Holzhauer Igor Karassik das Startsignal gegeben hatte. Davon ließ sich die tapfere Bläsertruppe, die in etwa zur Hälfte überdacht auf der vor dem Rathaus positionierten Bühne saß, aber nicht beeinträchtigen. Eine ukrainische Kindergruppe labte sich derweil an Bebraer Bratwurst. Fleischermeister Thomas Riebold hatte jede Menge davon uneigennützig zur Verfügung gestellt, und Andreas Brall sorgte mit seinem Biber-Café-Team genauso uneigennützig dafür, dass der gesamte Erlös an hilfsbedürftige Menschen aus der Ukraine fließt. Ähnlich funktionierte es beim Getränkeverkauf, um den sich Mitglieder der von Trainer Heiko Eckhardt und drei Betreuern unterstützten D-Jugend des JFV Ulfetal kümmerten. Die Gesamtsumme des Erlöses soll am Montag bekannt gegeben werden.

Zu den Höhepunkten der gut vierstündigen, zeitweise sogar von Sonnenschein verwöhnten Veranstaltung zählten die Auftritte der Ukrainerinnen Maria Parkhomenko, die mit harfenähnlichen Klängen von der Bandura anrührte, und Lana Woitkewitsch, die Liebeslieder vortrug und mit weiterer Unterstützung als großes Dankeschön auf Ukrainisch das „Hallelujah“ von Leonard Cohen anstimmte.

Später überraschte ein eigens vor dem Konzert von Polina Sorel ins Leben gerufener Frauen- und Kinderchor mit einer mit viel Applaus bedachten Hymne an die Liebe. Abgerundet wurde der von knapp 500 Musikfreunden besuchte Konzertnachmittag, der als Ausrufezeichen für den Wunsch nach baldigem Frieden verstanden werden sollte, mit Liedern von Pfarrer Christoph Brunhorn und Adriano Kaya Sunel, der trotz Erkältung alles gab und für „Warrior“ und „Millionen Träume“ gefeiert wurde. Etwas ruhiger, aber umso nachdenklicher, ging es bei der Gruppe Shiregreen zu. Klaus Adamaschek hatte Lukas Bergmann und Sascha Schmidt mitgebracht, und die drei Musiker ließen es sich nicht nehmen, ihr volles Programm zu servieren. (Wilfried Apel)

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