Turnier in Russland

Konzentriert: Rotenburger Jakob-Grimm-Schüler spielten Schach in Sotschi

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Deutsche Vertreter in Russland: Von links Georg Köthe, Ognjen Vokic, Maurice Siepl, Laura Jentsch, Maurice Rösele und Lehrer Dr. Uwe Brehm – hier auf dem Schulhof in Rotenburg – reisten zu einem Schachturnier in Russland.

Rotenburg.  Sie waren lange vor der Deutschen Nationalmannschaft in Sotschi: Schüler der Jakob-Grimm-Schule Rotenburg haben an einem internationalen Schachturnier teilgenommen.

Fünf Schüler räumen mit dem gängigen Klischee über Schachspieler auf: unsportlich, mathe- und computerverliebt? Nicht in Rotenburg. Die Schachspieler der Jakob-Grimm-Schule (JGS) haben der Deutsche Nationalmannschaft etwas voraus: Sie haben schon erfolgreich an einem Turnier im russischen Sotschi teilgenommen. Ein internationales Schulschachturnier, bei dem am Rande auch gekickt wurde.

Die fünf Siebtklässler – vier Schüler und eine Schülerin – besuchen die Schach-AG der JGS. Den meisten ist das Schachbrett aus dem Elternhaus vertraut, wo der Vater und der große Bruder schon mit ihnen gespielt haben. Den fünf Jugendlichen gefällt es, sich ganz in das Spiel zu vertiefen, an der Taktik zu feilen, den Gegner zu analysieren.

„Man muss Konzentration und Geduld mitbringen“, sagt Ognjen Vokic, den die Anderen als besonders guten Spieler schätzen.

In der wöchentlichen Schach-AG spielen die Schüler gegeneinander, befassen sich aber auch mit der Theorie. Ihr gutes Abschneiden bei Turnieren in Deutschland mag ein Grund dafür sein, dass die Rotenburger von einer Kommission für die Teilnahme an den Wettkämpfen in Sotschi ausgewählt wurden. Über Istanbul flogen die Rotenburger nach Russland und lieferten sich dort Wettkämpfe mit Spielern aus knapp einhundert Teams, die meisten davon aus Russland. In einem großen Saal traten jeden Tag insgesamt 400 Spieler gleichzeitig gegeneinander an.

Streng seien die Organisatoren gewesen, berichten die Kinder, und mucksmäuschenstill sei es im Saal gewesen. Nur leise habe man immer wieder das Klicken der Uhren gehört. Hinterher analysierten Dr. Uwe Brehm und Betreuerin Carolin Schlein mit den Spielern die Partien. Die meisten gegnerischen Teams waren zu stark: Rotenburg landete als deutscher Vertreter auf Rang 85. Im parallel stattfindenden Fußballturnier waren die Rotenburger dagegen erfolgreicher – und scheiterten erst im Finale an einem russischen Team.

In Russland habe das Schachspiel auch deshalb einen hohen Stellenwert, weil es die Konzentration fördert, sagt Dr. Uwe Brehm, der die AG leitet. Im südamerikanischen Französisch-Guyana stehe Schach sogar auf dem Lehrplan: So sollen logisches Denken und die Fähigkeit, die Zukunft zu planen, gefördert werden.

Quelle: HNA

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