Mutmaßlicher Drogenkurier 

Joint am Mercedesstern befestigt: Polizei stellt sechs Kilo Marihuana sicher

Achtung, Kontrolle: Im Rahmen einer Weiterbildung wurden Autofahrer in Osthessen überprüft.

Hersfeld-Rotenburg. Ein Drogenkurier und weitere „Sünder“ sind der Polizei im Rahmen einer Weiterbildung in der vergangenen Woche ins Netz gegangenen.

Bereits zum dritten Mal seit 2014 hatte die Operative Einheit BAB der Direktion Verkehrssicherheit/Sonderdienste eine dreitägige Weiterbildung für Polizeibeamte zur Drogenerkennung im Straßenverkehr ausgerichtet. Daran nahmen täglich bis zu 150 Polizeibeamtinnen und -beamte aus zehn Bundesländern, der Bereitschaftspolizei und des Zolls, sowie zahlreiche Beamtinnen und Beamte des Polizeipräsidiums Osthessen und ein niederländischer Kollege teil. 

Während die Seminarteilnehmer vormittags theoretisch unterwiesen wurden, fanden nachmittags die Kontrollen auf Bundesstraßen und Bundesautobahnen statt – darunter auch Straßen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und am Rande des Burg-Herzberg-Festivals. Auch die extreme Hitze konnte das Engagement und die Motivation nicht beeinträchtigen, heißt es. Einen besonderen Höhepunkt stellte die Sicherstellung von knapp 6000 Gramm Marihuana eines mutmaßlichen Drogenkuriers dar. Die Organisatoren bilanzierten einen „rundum gelungenen polizeilichen Einsatz“.

Mehr als 900 Fahrzeuge kontrolliert

Insgesamt kontrollierten die Beamten zwischen Dienstag und Donnerstag über 900 Kraftfahrzeuge mit rund 1500 Personen. Dabei stellten sie verschiedene Betäubungsmittel sicher, die im illegalen Straßenhandel insgesamt etwa 70.000 Euro erzielt hätten. 110 Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden eingeleitet. 53 Fahrzeugführer standen unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln und wurden einem Arzt zur Blutentnahme zugeführt. 

Vergehen gegen das Waffengesetz und Urkundenfälschung sowie 21 Strafanzeigen wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis, Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz und weitere Verkehrsstraftaten wurden geahndet. Von ausländischen Fahrzeugführern wurden über 5000 Euro als Sicherheitsleistung einbehalten. Außerdem ahndeten die Beamten zahlreiche Verkehrsordnungswidrigkeiten mit Buß- oder Verwarnungsgeldern.

Kiffend am Steuer

Eine besondere Überraschung erlebten die Beamten bei der Kontrolle eines Mercedesfahrers. Als sie das Fahrzeug aus dem fließenden Verkehrs zur Kontrolle herauszogen, entdeckten sie einen fertig gedrehten Joint, den der Autofahrer gut sichtbar an dem Mercedesstern auf der Motorhaube befestigt hatte. Bei einem weiteren Autofahrer war der Drogenkonsum offensichtlich. Er präsentierte den Beamten bei der Kontrolle tatsächlich einen brennenden Joint, den er beim Autofahren genüsslich kiffte.

Höhepunkt sei allerdings der erwähnte Fund von nahezu sechs Kilogramm Marihuana gewesen, die ein mutmaßlicher Drogenkurier im Auto versteckt hatte. Bei der Kontrolle stellte sich außerdem heraus, dass der albanische Staatsbürger mit gefälschten italienischen Papieren unterwegs war und sich damit sogar eine Existenz in Deutschland aufgebaut hatte. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Fulda wurde er beim zuständigen Amtsgericht in Fulda vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen. Die Ermittlungen dauern an. (red/nm)

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