Freiwillige Feuerwehr

Kleinste Gemeinde im Kreis hat elf neue Brandschützer

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Feuerwehrmann mit Leib und Seele: Für 28 Jahre Dienst wurde der Cornberger Heinz Kuhnsch mit Urkunde, Präsentkorb und einem tief empfundenen Dankeschön geehrt. Mit ihm freuen sich Bürgermeister Achim Großkurth (von links), Stefan Bender und die Ortsvorsteherin von Cornberg, seine Ehefrau Ursel Kuhnsch.

Cornberg. Eine denkbar knappe Wahl und Zahlen, mit denen die Brandschützer durchaus zufrieden sein können: So lief die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Cornberg.

Mit nur einer Stimme Vorsprung wurde Torsten Hahn in der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Cornberg zum stellvertretenden Gemeindebrandinspektor gewählt.

Auf den Rockensüßer entfielen 19, auf seine Gegenkandidatin, die Cornbergerin Julia Nennstiel, 18 Stimmen. Eine wahlberechtigte Person hatte sich der Stimme enthalten.

Bürgermeister Achim Großkurth, der als Wahlleiter fungierte, kommentierte das Ergebnis mit der Feststellung: „Knapp, aber demokratisch!“ 

Die anwesenden Einsatzkräfte spendeten Applaus, den sie natürlich auch den weiteren, mehr oder weniger einstimmig gewählten Mitgliedern der Feuerwehrführung der kleinsten Gemeinde des Kreises zukommen ließen, insbesondere Benjamin Kuhnsch nach dessen erstmaliger Wahl zum stellvertretenden Gemeindejugendfeuerwehrwart.

Fit für das Atemschutzgerät mit Ü 50

Allen voran natürlich auch dem seit fünf Jahren amtierenden Gemeindebrandinspektor (GBI) Stefan Bender, der das Treffen im altehrwürdigen Kloster eröffnet hatte und der einen Überblick über das zurückliegende Feuerwehrjahr gab. 

Mit berechtigtem Stolz verwies der Rockensüßer darauf, dass der Wehr Cornberg 24, der Wehr Rockensüß 22 und der Wehr Königswald ebenfalls 22 gut ausgebildete Feuerwehrleute angehören – insgesamt also elf mehr als vor einem Jahr. 

Als Besonderheit hob er hervor, dass es neben den 22 Atemschutzgeräteträgern unter 50 Jahren drei über 50 Jahre gebe, die allerdings nur dann eingesetzt werden können, wenn ihre G26-Untersuchung gültig ist und wenn sie alljährlich erfolgreich an einem Streckendurchgang teilnehmen.

Nach Wahl und Vereidigung der neuen Feuerwehrführung: Cornbergs Bürgermeister Achim Großkurth (von links), Cornbergs stellvertretender Wehrführer Dieter Langen, Cornbergs Wehrführer Dennis Langen, Gemeindebrandinspektor Stefan Bender, der neu gewählte stellvertretende Gemeindebrandinspektor Torsten Hahn, Königswalds stellvertretender Wehrführer Rainer Landau, Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar, Gemeindejugendwart Matthias Hollstein, der neu gewählte stellvertretende Gemeindejugendwart Benjamin Kuhnsch und Kreisbrandmeister Patrick Kniest.

Für den Berichtszeitraum berichtete Bender die Rekordzahl von neun Einsätzen, davon drei mit allen drei Wehren. Der aus dem Rahmen fallende Einsatz dürfte die Befreiung einer eingeklemmten Person aus einem Drehkreuz gewesen sein. 

Der umfangreichste neben zwei Rettungseinsätzen bei Verkehrsunfällen auf der B 27 die Hilfs- und Baumräumaktion nach dem Unwetter am 18. Januar, bei dem sich alle vier Feuerwehrfahrzeuge und 21 Feuerwehrleute im Einsatz befanden.

Nur einmal hatten die Einsatzkräfte nicht genug Wasser zur Verfügung

Glücklicherweise „nur“ bei der Großübung „Maschinenhallenbrand am Stall Klöpfel in Rockensüß“ habe nicht genügend Löschwasser zur Verfügung gestanden, berichtete Bender. 

Grund dafür sei ein Defekt des Regelventils des Hauptbehälters gewesen, der bei der Übung entdeckt worden sei. Angesichts dessen habe die EAM als Wasserversorger die Feuerwehr dazu animiert, derartige Übungen „ruhig öfter“ laufen zu lassen, um die Technik der Wasserbehälter ausreichend zu bewegen.

Weitere Punkte des Jahresberichts waren die erfolgreiche Einführung und Handhabung des Digitalfunks („Funktioniert!“), die Teilnahme an Lehrgängen, die Planung für das laufende Jahr, die Brandschutzerziehung und der Dank an die gemeindlichen Gremien für die problemlose Materialbeschaffung und die Unterstützung beim Fahrerlaubniserwerb.

Aktiver Nachwuchs in Rockensüß, keine Jugendwehr in Königswald

Von zahlreichen Aktivitäten konnte auch Gemeindejugendfeuerwehrwart Matthias Hollstein berichten. Vor allem in Rockensüß laufe es gut, denn hier bestehe die Jugendwehr aus 18 Jungen und Mädchen, die sich zu 20 Übungsabenden getroffen und verschiedenste Themen abgearbeitet hätten. 

Darüber hinaus sei bei einer gemeinsamen Übung mit der regulären Wehr das Szenario „Technische Hilfeleistung Verkehrsunfall“ nachgestellt worden. 

Sehr gut angekommen sei auch eine 24-Stunden-Übung mit Übernachtung im Gerätehaus und Alarmierungen zu alltäglichen Einsätzen. 

Demgegenüber bestehe die Jugendwehr in Cornberg nur aus drei Mitgliedern, und in Königswald sei bislang kein Interesse festzustellen: „Aber vielleicht tut sich ja bald was, wenn sich herumspricht, dass wir in den Sommerferien zum Zeltlager im Steinbruch Cornberg einladen und darüber hinaus noch zu einer von der Jagdgenossenschaft Rockensüß gesponserten Tagesfahrt zur Flughafenfeuerwehr Frankfurt“, hofft Hollstein.

Bürgermeister lobte Dienst an der Allgemeinheit

Bürgermeister Achim Großkurth überbrachte die Grüße der Kommune und den Dank der Bürgerschaft. 

Wieder und wieder lobte er die Arbeit derjenigen, die sich in den Dienst der Allgemeinheit stellen und schon im Kindergarten auf die Wichtigkeit des Feuerwehrdienstes aufmerksam machen, bei dem es immer mehr um technische Hilfeleistungen gehe und nicht mehr so sehr um Brandeinsätze.

Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar ging auf die große Nachfrage nach Lehrgängen, die sehr viel geringere Teilnahme an Lehrgängen und das von beschränkter Ausbildungskapazität gekennzeichnete Lehrgangsangebot für das laufende Jahr ein. 

Eindringlich warb sie für „kontinuierliche Standortausbildung als das A und das O erfolgreicher Feuerwehrarbeit“, denn „die wichtigsten Feuerwehrleute sind die zwei im ersten Angriffstrupp, der zur Menschenrettung vorgeht.“ 

Ausdrücklich lobte sie das umsichtige Verhalten von Gemeindebrandinspektor Stefan Bender bei den Aufräumungsarbeiten nach dem Sturm Friederike. 

Und abschließend – nicht zuletzt angesichts des tragischen Todes eines Bad Salzunger Feuerwehrkameraden – appellierte sie an alle Anwesenden: „Passt immer gut aufeinander auf!“

Quelle: HNA

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