Mehr Analysen notwendig - Hohe Kosten für Entsorgung

Klärschlamm wird zum Problem für Gemeinden im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Hersfeld-Rotenburg. Wohin mit dem Klärschlamm? Diese Frage stellt sich verstärkt auch für die Kommunen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Grund ist eine neue Verordnung. 

Seit Inkrafttreten der neuen deutschen Klärschlammverordnung im Oktober 2017 darf immer weniger Klärschlamm auf die Felder ausgebracht werden.

Die Klärschlammverordnung gibt unter anderem vor, welche neuen Grenzwerte im Schlamm eingehalten werden müssen, damit der als Dünger verwendet werden darf. Das bedeutet für die Betreiber von Kläranlagen, also fast alle Kommunen, zum einen einen erhöhten Prüfaufwand für zusätzliche Proben und Analysen, zum anderen höhere Kosten für die Entsorgung. 40 bis 60 Prozent des Klärschlamms aus Bad Hersfeld werden zurzeit landwirtschaftlich verwertet, berichtet Michael Wolf, der Leiter der Kläranlage.

Doch wohin mit Rest? Hier gegen die Kommunen im Kreis unterschiedliche Wege. Die Städte Rotenburg, Bebra und Heringen setzen auf Klärschlammvererdungsanlagen. Dort wird durch Pflanzen und Sonne das Volumen auf 30 bis 50 Prozent der ursprünglichen Menge reduziert, erläuter Stephan Heckeroth, der technische Leiter der Stadtwerke Rotenburg. Heckeroth ist davon überzeugt, dass Klärschlamm ein wertvoller Rohstoff ist, der nicht einfach verbrannt werden sollte und geht davon aus. dass die derzeit gültige Verordnung wieder geändert werden wird.

Andere Kommunen, wie zum Beispiel Niederaula, lassen den Klärschlamm verbrennen, doch gebe es, so Bürgermeister Thomas Rohrbach, hierfür kaum Kapazitäten. Dementsprechend haben sich die Preise in letzter Zeit etwa verdoppelt.

Beim Thema Klärschlammentsorgung sei jede Kommune selbst gefordert, meint Harald Preßmann (Hauneck), der Sprecher der Bürgermeister im Kreis. Derzeit hätten alle Gemeinden irgendeine Lösung, wie lange noch, könne er nicht sagen. (zac).

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