„Klären, in welchem Umfang Vorwürfe zutreffen“

Kita-Krise Baumbach: Gemeindevertreter werden bei Suche nach Konfliktlösung involviert

Kita Kindertagesstätte Kindergarten Baumbach Symbolfoto
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Die Baumbacher Kindertagesstätte.

Zur Baumbacher Kita-Krise äußert sich nun, auf Anfrage unserer Zeitung, auch Marc Heinzerling als Vorsitzender der Gemeindevertretung.

Alheim – Er spricht als Vorsitzender des Parlaments und damit der direkt von den Bürgern gewählten Abgeordneten. Bürgermeister Jochen Schmidt hatte – im Vorfeld konfrontiert mit allen dann am Freitag in unserer Zeitung veröffentlichten Vorwürfen eines Teils der Elternschaft gegen die Kita-Leiterin – gesagt, dass die „politisch involvierten Mandatsträger“ bei der Erörterung der Eltern-Kritik eingebunden worden seien.

Dazu sagt Heinzerling zunächst einmal: „Für Personalfragen ist der Gemeindevorstand zuständig, nicht das Parlament.“ Der Gemeindevorstand ist Teil der Exekutive und wird paritätisch mit Mitgliedern von allen in der Gemeindevertretung (Legislative) vertretenen Fraktionen besetzt. Allerdings darf über Sitzungen dieses Gremiums nur der Bürgermeister Auskunft geben.

Das Alheimer Parlament nach der Kommunalwahl 2021

Marc Heinzerling (SPD), Gemeindevertretervorsitzender Alheim
Heinz Schneider, SPD-Fraktionsvorsitzender Alheim
Thomas Möller, SPD-Gemeindevertreter Alheim
Mandy Hafermas, SPD-Gemeindevertreterin Alheim
Das Alheimer Parlament nach der Kommunalwahl 2021

In Alheim hat nun bezüglich der Baumbacher Kita auch der Ältestenrat getagt. Mitglieder sind neben Heinzerling alle Fraktionsvorsitzenden. „Auch Gemeindevertreter sind aus der Bevölkerung heraus angesprochen worden. Wir haben natürlich nicht alle Informationen. Deswegen wurde in der Ältestenratssitzung am Mittwoch gemeinsam mit dem Gemeindevorstand der Sachstand erörtert. Dabei hatten die Vertreter der Fraktionen auch die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Ebenfalls gab es Anregungen in Richtung des Gemeindevorstands.“ Die Abgeordneten sehen laut Heinzerling die Notwendigkeit, in Dialog zu treten mit dem gewählten Elternbeirat und den in der Elterninitiative organisierten Müttern und Vätern – idealerweise im Rahmen einer Elternversammlung.

Bürgermeister Schmidt hatte in seinem Statement davon gesprochen, dass die Vorwürfe erörtert worden seien und „im Ergebnis“ in der Verwaltung vorliegen würden. Zur Frage, ob es aus Sicht der gewählten Gemeindevertreter bereits ein Ergebnis gibt, sagt Heinzerling: „Die Vorwürfe sind nun zunächst einmal erörtert worden. Nun muss geklärt werden: In welchem Umfang treffen sie zu? Und: Welche Konsequenzen muss man ziehen?“

Am Krisengespräch am Montag vor einer Woche mit Bürgermeister, Vertretern der Elterninitiative und der Kita-Leiterin hatten auch Sandra Zimmermann und Markus Finke versucht, teilzunehmen. Beide sitzen für die CDU im Gemeindeparlament und sind Mitglieder im Ausschuss für Jugend, Familie und Soziales. Bürgermeister Schmidt untersagte ihnen die Teilnahme am Gespräch. Finke und Zimmermann sagen unserer Zeitung nun auf Nachfrage: „Aus unserer Sicht ist bislang keine Lösung im Sinne der Kinder gefunden worden. Das muss möglichst schnell passieren. Deswegen drängen wir auf eine Sitzung unseres Ausschusses, so bald wie möglich.“ Darum habe man die Ausschussvorsitzende Astrid Storch (FPD) gebeten, die in der vergangenen Woche allerdings im Urlaub war. Zimmermann und Finke betonen: „Es geht ausschließlich um das Wohl der Kinder, nicht um Parteipolitik.“

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