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Kinder stärken in der Gruppe: Neues pädagogisches Angebot in Rotenburg

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Von: Silke Schäfer-Marg

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Sie gehören zum Team der Jugend- und Drogenhilfe Nordhessen: von links Claudia Sollik, die Leiterin der sozialpädagogischen Familienhilfe, Projektleiter Ralf Bartholmai, sowie die Sozialpädagogen Anke Bartels-Macht und Hendrick Schütte, die die Rotenburger Gruppe im Jugendzentrum leiten.
Sie gehören zum Team der Jugend- und Drogenhilfe Nordhessen: von links Claudia Sollik, die Leiterin der sozialpädagogischen Familienhilfe, Projektleiter Ralf Bartholmai, sowie die Sozialpädagogen Anke Bartels-Macht und Hendrick Schütte, die die Rotenburger Gruppe im Jugendzentrum leiten. © Silke Schäfer-Marg

Im Rotenburger Jugendzentrum gibt es ein sozialpädagogisches Förderangebot für Kinder. Sie unternehmen etwas gemeinsam und lernen, sich in der Gruppe auseinanderzusetzen.

Rotenburg – Corona, Homeschooling, Lockdown – besonders Kinder sind von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Die wichtigen persönlichen Kontakte mit Gleichaltrigen sind im vergangenen Jahr massiv eingeschränkt worden. Dass hier Handlungsbedarf besteht, war unstrittig in der Stadt.

„So schnell und problemlos haben wir nur selten Kooperationsverträge abgeschlossen“, sagt auch Ralf Bartholmai, verantwortlicher Projektleiter bei der Jugend- und Drogenhilfe Nordhessen, die Träger des neuen Projekts ist. Mit der Organisation arbeitet die Stadt bereits seit einigen Jahren auch im Bereich aufsuchender Suchtberatung und -hilfe zusammen.

Für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren gibt es seit November ein sozialpädagogisches Förderangebot im Rotenburger Jugendzentrum. Eine Gruppe von bis zu zehn Kindern trifft sich zweimal wöchentlich nachmittags unter Anleitung der Sozialpädagogen Anke Bartels-Macht und Hendrick Schütte. Die Eltern der Kinder werden in die Arbeit eingebunden und in ihrer Rolle gestärkt. Es gibt auch eine Zusammenarbeit mit der Albert-Schweitzer-Schule.

Kinder, die die Gruppe besuchen, können gemeinsam etwas unternehmen, gestalten und lernen, sich in der Gruppe auseinanderzusetzen. Kurz, sie sollen gestärkt werden, um auch Rückschläge und Schwierigkeiten zu meistern, ohne darunter zusammenzubrechen oder gar zu Suchtmitteln zu greifen. Prävention ist also ein wichtiger weiterer Gedanke des Projekts.

Was das Rotenburger Projekt besonders interessant macht: „Hier gibt es keine Fälle, es gibt keine Akten und keine Kostenträger“, sagt Bartholmai. „Es ist ein niedrigschwelliges Angebot für Kinder. Sie können einsteigen, weil ihnen das Angebot guttut. Und sie können es verlassen, wenn sie sicher sind, dass sie es nicht mehr brauchen.“ Die Gruppe, in der die Kinder lernen sollen, die eigenen und die Gefühle anderer einzuordnen, andere Kinder zu respektieren, gilt als Bildungsprojekt. Die Angebote richten sich nach den Interessen der Kinder in ihrem Sozialraum. Körperliche Bewegung spielt ebenso eine Rolle wie die Entdeckung eigener Fähigkeiten.

Die 53-jährige Sozialpädagogin Anke Bartels-Macht ist erfahren in der Sucht- und Familienhilfe, der 29-jährige Hendrick Schütte arbeitete bereits fünf Jahre in der Drogenhilfe in Kassel. Gemeinsam stemmen sie jetzt die Rotenburger Gruppe zum Training sozialer Kompetenzen SoS-Mobilé. Die Freizeitangebote für Kinder finden dienstags und donnerstags jeweils am Nachmittag statt. Treffpunkt ist im Jugendzentrum an der Breitenstraße 49. Es gibt noch wenige freie Plätze. (Silke Schäfer-Marg)

Kontakt: Anke Bartels-Macht, Tel. 0163/73 00 551, Hendrick Schütte, Tel. 0177/68 96 946

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