Verdächtige Gegenstände in der Innenstadt entpuppten sich als harmlos

Keine Bomben auf Bebraer Baugrundstück zu finden

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Loch Nummer zwei: Nachdem im ersten Loch in einem Meter Tiefe bereits ein Kochtopf gefunden worden war, musste Baggerfahrer Jörg Ernesti am zweiten Punkt schon tiefer graben. Dort förderte er einen alten Schachtdeckel aus Gusseisen zu Tage. 

Bebra. Bei ihrem Einsatz auf dem Baugrundstück des VR-Bankvereins in der Bebraer Innenstadt fanden Experten des Kampfmittelräumdienstes keine Bombe. Nachdem das Areal nun offiziell bombenfrei ist, soll schon am Freitag Baubeginn sein.

Ein Weck-Kochtopf und ein Schachtdeckel aus Gusseisen – das waren die ersten beiden Funde, die Mitarbeiter der Kampfmittelräumdienst-Firma Tauber am Vormittag in Bebras Innenstadt zu Tage förderten. Denn dort stand am Donnerstag die Stunde der Wahrheit an: Weltkriegsbomben oder doch nur alte Töpfe? – diese Frage schwebt seit acht Wochen über dem Baugrundstück des VR-Bankvereins Bad Hersfeld-Rotenburg, der zwischen der Nürnberger Straße und der Friedrichstraße ein Wohnheim für Beeinträchtigte für die Sozialen Förderstätten Bebra und ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus bauen will.

Immer Verdachtsfläche

„Wer in Bebra baut, der baut immer auf einer Verdachtsfläche“, sagt Eberhard Unger, Geschäftsführer der Firma Kurhessen Gewerbebau aus Schwalmstadt, die auf der Baustelle als Generalunternehmer tätig ist. Deshalb war Unger auch nicht verwundert, dass sowohl das städtische Bauamt als auch das Regierungspräsidium Darmstadt ihm den Hinweis auf eine Bomben-Verdachtsfläche gaben. Die Experten des Kampfmittelräumdienstes hatten daraufhin bereits im September eine Flächensondierung mit einem Teller-Metalldetektor vorgenommen und dabei acht sogenannte Anomalien gefunden und – wie im kleinen Bild sichtbar – kartografiert.

Am Donnerstagmorgen rückte die Firma Tauber nun erneut mit drei Mitarbeitern an, um gemeinsam mit weiteren Arbeitern die Punkte genau zu untersuchen. Dafür wurden die verdächtigen Stellen erneut mit einem Metallsuchgerät, einer sogenannten Ferex-Sonde, aufgespürt und mit Farbe markiert. Mit einem Leichtbagger und Schaufeln machten sich die Kampfmittel-Experten daran, die verdächtigen Objekte auszugraben.

Keine Weltkriegsbomben

Auf Bombensuche: Ronald Englich vom VR-Bankverein, Eberhard Unger vom Generalunternehmer der Baustelle Kurhessen Gewerbebau und Thomas Balk vom VR-Bankverein-Vorstand, Karsten Bechert, Frank Schwalbe-Mothes, Jörg Ernesti und Ouahib Kalmoner vom Kampfmittelräumdienst Tauber und der Firma RTLL, die das Baugelände nach Weltkriegsbomben mit einem Metallsuchgerät, einer sogenannten Ferex-Sonde, und einem GPS-Gerät absuchten.

Glücklicherweise stießen sie dabei nicht auf Abwurfmaterial aus dem Zweiten Weltkrieg, sondern ledigleich auf allerlei metallische Gegenstände. „Das wirkt jetzt etwas spaßig, aber wir müssen das durchaus ernst nehmen“, sagt Unger. Schließlich waren am großen Luftangriff auf Bebra am 4. Dezember 1944 fast 200 Bomber der US-Armee beteiligt, die binnen 13 Minuten unter anderem fast 1900 Spreng- und 40 000 Stabbrandbomben abwarfen. Hauptangriffsziel war der für den deutschen Nachschub wichtige Rangierbahnhof. Bei dem Angriff kamen in Bebra 64 Menschen ums Leben.

Acht Wochen Verzögerung

„Wir sind natürlich besorgt, und mir als Bebraner, der ja hier vor Ort ist, ist schon ein wenig mulmig beim Gedanken, dass auf unserer Baustelle in der Innenstadt möglicherweise Bomben gefunden werden könnten“, sagt Thomas Balk vom Vorstand des VR-Bankvereins am Rande der Sucharbeiten. Zudem sei natürlich bedauerlich, dass sich die Bauarbeiten durch die Untersuchungen acht Wochen verzögert hätten. „Wir hoffen, nun möglichst schnell mit den Erdarbeiten loslegen zu können“, sagt Balk.

Denn eigentlich sollten auf dem knapp 3000 Quadratmeter großen Grundstück schon längst die Bagger rollen. Der VR-Bankverein investiert als Bauherr insgesamt rund 8,5 Millionen Euro. „Wir planen die Grundsteinlegung für das Wohnheim für Mitte Januar“, sagt Balk. Das Haus mit zwei Dutzend Pflegeplätzen solle im September 2018 übergeben werden. Das Wohn- und Geschäftshaus werde voraussichtlich Ende 2018 fertig.

Quelle: HNA

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