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Kaum noch Impfungen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg - Warten auf Omikron-Wirkstoff

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Von: Sebastian Schaffner

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Spritze wird in einen Arm gegeben.
Die allgemeine Corona-Impfmüdigkeit schlägt sich auch in Hersfeld-Rotenburg nieder. © Robert Michael/dpa

Die allgemeine Corona-Impfmüdigkeit schlägt sich auch in Hersfeld-Rotenburg nieder. Die Impfquoten ändern sich kaum noch.

Hersfeld-Rotenburg – Auch die „Spritztour light“ der Impfteams und die beiden Impfstationen melden nur eine schwache Nachfrage. Lediglich Auffrischungen sind noch gefragt.

Denn wer sich jetzt noch gegen das Virus impfen lässt, verlangt den vierten Piks. Das belegen Zahlen aus den Hausarztpraxen und des Klinikums, das für die Impfteams und Impfstationen des Landkreises zuständig ist. In den vergangen zehn Wochen haben sich kreisweit 3200 Menschen impfen lassen – darunter 62 Erst- und 2700 Viertimpfungen. Im Dezember, zum Start der Corona-Booster, waren 3000 Spritzen in wenigen Tagen verbraucht.

Zur Viertimpfung rät die Ständige Impfkommission (Stiko) bislang nur Menschen ab 70 Jahren und Risikogruppen. Im Landkreis leben 21 600 Menschen, die älter als 70 Jahre alt sind. Das ist, auf die Gesamtbevölkerung (120 000 Einwohner) gesehen, mehr als jeder Sechste. Von diesen Menschen haben sich bislang 40 Prozent (8800) eine vierte Impfung abgeholt. Laut Bild-Zeitung soll es in Kürze eine Stiko-Empfehlung für alle ab 60 Jahren geben.

„Für Personen ab 60 Jahren ist es ratsam, sich vor der kommenden Herbstwelle einer Auffrischimpfung zu unterziehen“, sagt auch Adelheid Merle, Leiterin des Gesundheitsamts. Aus Studien sei bekannt, dass die Zahl der Antikörper bei Älteren bereits nach vier Monaten stärker abfalle als bei Jüngeren. Ob man sich im August, September oder Oktober boostern lasse, sei eine individuelle Entscheidung. Auch sei im Winter eine erneute Auffrischung mit dem für den Herbst angekündigten speziellen Omikron-Wirkstoff problemlos möglich. „Ein Zuviel oder gar Überimpfen gibt es nicht“, so Merle.

Wann das neue Vakzin verfügbar sein wird, stehe noch nicht fest, sagt Klinikumsprecher Werner Hampe. Im Klinikum rechne man mit ersten Lieferungen im Oktober.

Das Angebot der beiden Impfstationen in Bad Hersfeld und Bebra haben seit Juni laut Hampe 619 Menschen wahrgenommen. Die „Spritztour light“ der mobilen Impfteams – immer dienstags in einer anderen Gemeinde – sei bislang 207 Mal genutzt worden. Die größte Nachfrage habe es in Ludwigsau gegeben (41 Impfungen), die geringste in Kirchheim: null Impfungen. Ob die Tour, die bis Ende September terminiert ist, fortgesetzt wird, sei noch nicht klar. impfen-hef-rof.de

Kassenärzte: Kein Druck auf Stiko ausüben

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen fordert, dass die Politik aufhören solle, Druck auf die Stiko auszuüben, damit diese eine vierte und womöglich auch eine fünfte oder gar sechste Impfung für alle empfehle. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen. Bei der Frage, für wen eine Auffrischung sinnvoll ist, müsse allein die Wissenschaft federführend sein, nicht die Politik, so Frank Dastych, Vorsitzender der Ärztevereinigung. (Sebastian Schaffner)

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