Zu hohe Kosten

Kanalsanierung in Süß muss erneut verschoben werden

+
Zuletzt wurde der Kanal in der Straße Sperlingsberg in Süß erneuert: Das war im Jahr 2016. 

Süss. Der größte Teil der Kanal- und Wasserleitungen im Nentershäuser Ortsteil Süß sollte in diesem Jahr saniert werden. Doch daraus wird nichts. Dazu Fragen und Antworten.

Warum finden die Arbeiten in diesem Jahr nicht statt?

Die Baufirmen sind extrem ausgelastet. Für die Bauarbeiten in Süß ist die Entscheidung gefallen, die Ausschreibung aufzuheben. „Im Vergleich zu den kalkulierten Kosten sind die Angebote deutlich zu hoch. Auf dieser Basis können wir den Auftrag nicht vergeben“, betont Armin Hast, der technische Leiter des Bereichs Wasser im Unternehmen Energienetz Mitte, auf Anfrage. Die Arbeiten führt Energienetz Mitte, eine Tochter der EAM, im Auftrag des Wasser- und Abwasserzweckverbands des Kreises Hersfeld-Rotenburg durch.

Eigentlich hätten die Arbeiten in Süß schon 2017 über die Bühne gehen sollen. Damals hatte man aus denselben Gründen auf eine fest geplante Ausschreibung der Bauarbeiten verzichtet.

Geht es anderen Kommunen ähnlich?

Süß ist kein Einzelfall. Auch andere Kommunen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg oder im Werra-Meißner-Kreis sind in einer ähnlichen Situation, berichtet Hast. „Bei fast allen arbeitsintensiven Ausschreibungen laufen im Moment die Preise weg. Wo viel Personal gebraucht wird, laufen die Preise aus dem Ruder.“ Selbst in Thüringen, wo die Preise noch moderater waren, ziehen sie jetzt deutlich an. Zum einen sind die Auftragsbücher für längere Zeit voll. Außerdem schlägt der Fachkräftemangel voll durch. „Da ist das Interesse der Baufirmen gering“, sagt Hast.

Gibt es Ideen, wie die Probleme gelöst werden könnten?

Eine Idee ist, dass die Kommunen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gemeinsam koordiniert vorgehen. Kreisweit könnte gesammelt werden, welche Kommune welche Bauarbeiten für die nächsten zwei oder drei Jahre plant. „So könnte man vielleicht besser abschätzen, wann welche Ausschreibung Sinn macht und bessere Preise erzielen“, sagt Hast.

Geht durch die erneute Verschiebung Fördergeld verloren?

Der Zweckverband hofft, dass die Fördergelder vom Land Hessen trotz der mehrfachen Verschiebung erhalten bleiben. Die Entscheidung fällt in Wiesbaden. Das Förderprogramm des Landes lief offiziell nur bis Ende 2013. Diese Frist konnten viele Kommunen aber nicht einhalten. Deshalb wurde sie vom Land immer wieder verlängert.

Welche Arbeiten waren in Süß geplant?

Der Kanal und die Wasserleitungen sind in Süß bisher meist nur in Randgebieten des Ortes saniert worden. Bei den anstehenden Arbeiten ist das Zentrum dran. Die Kosten werden nach ersten Schätzungen bei etwa 1,8 Millionen Euro liegen. Die Kanalarbeiten werden über die Abwassergebühren finanziert. Nur die Hausanschlüsse müssen die Anwohner selbst bezahlen, wenn sie erneuert werden müssen.

Steht schon fest, wann in Süß gebaut wird?

Das ist noch offen. „Wir müssen weiter das Ohr an den Markt halten und den richtigen Zeitpunkt finden, um bessere Preise zu erzielen“, betont Hast. „Wir hoffen, dass wir im Herbst ausschreiben können und dann 2019 zu guten Konditionen beginnen können“, betont Hast. Ob das gelinge, liege an der künftigen Entwicklung im Bausektor.

Quelle: HNA

Kommentare