Kreisfeuerwehrverbandstag in Gilfershausen

Die jungen Führungskräfte bei der Feuerwehr mal machen lassen

Neuer Anhänger für Schaumlöschtrainer: Darüber freuen sich, von links die Vorstandsmitglieder Reinhold Axt, Thomas Daube, Marco Kauffunger, Landrat Dr. Michael Koch, Vorsitzender Thomas Specht, der stellvertretende Kreisbrandinspektor Martin Orf, Seniorenbeauftragter Karl-Heinz Diehl, Fachdienstleiter Thorsten Bloß und Jugendfeuerwehrwart Bernd Spoelstra. Foto: Apel

Gilfershausen. Reibungslos verlief der Kreisfeuerwehrverbandstages am Freitag in Gilfershausen. Verbandsvorsitzender Thomas  Specht kritisierte jedoch die Masse an Verwaltungsarbeit und stellte infrage, ob Feuerwehrleute nach Stürmen im Wald arbeiten sollten, wenn das Risiko für Waldarbeiter zu hoch sei.

Einziges strittiges Thema war, wo der nächste Verbandstag stattfinden soll. Mit deutlicher Mehrheit entschieden sich die Delegierten, unter ihnen zahlreiche Bürgermeister, für Rohrbach, wo 2019 – wie im Mitbewerberort Kirchheim – das 90jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) gefeiert werden soll.

Ansonsten war das Treffen im „dollen Dorf“ mit tollen Feuerwehraktivitäten, in dem Stadtrat Georg Soldan die Anwesenden willkommen hieß, von den einhellig zur Kenntnis genommenen Berichten des Vorsitzenden, des Jugendwarts und des Kassenwarts bestimmt.

Weniger Kirchturmdenken

Kreisverbandsvorsitzender Thomas Specht zeichnete ein aufs Ganze gesehen positives Bild von der Lage der Feuerwehren. Die Zahl der Aktiven sei nur geringfügig gesunken, erste Feuerwehrfusionen seien auf den Weg gebracht („Das Kirchturmdenken hat nachgelassen!“), und vielerorts habe der Generationswechsel geklappt – auch wenn für zwei Wehren kein Wehrführer gefunden worden sei. „Die Zeiten, in denen wir Wehrführer hatten, die jahrzehntelang an der Spitze der Truppe standen, sind vorbei. Deshalb müssen wir froh sein, wenn wir junge Leute finden, die an ihre Stelle treten, und die müssen wir dann auch mal machen lassen!“, gab der Hönebacher den Delegierten mit auf den Weg.

Wie man es von ihm gewohnt ist, geißelte Specht mit klaren Worten den Umfang der von den Führungskräften zu leistenden Verwaltungsarbeit, und einmal mehr hinterfragte er auch, ob es erforderlich sei, Feuerwehrleute in den Wald zu schicken, wenn Holzfacharbeiter nach Sturmschäden nach Hause geschickt werden.

Mit Stolz verwies er auf die Zweitplatzierungen der FFW Bad Hersfeld beim Integrationspreis Brandschutz des Landes Hessen und der FFW Gilfershausen beim Hessischen Feuerwehrpreis der Sparda-Bank sowie beim Demografiepreis des Landes Hessen. Seine Überzeugung: „Feuerwehr muss Spaß machen, und die, die die Mütze aufhaben, müssen unterstützt werden!“

Die 1000er-Marke knacken

Kreisjugendfeuerwehrwart Bernd Spoelstra zeigte sich trotz des Rückgangs der Zahl der Kinder- und Jugendfeuerwehrgruppen um jeweils drei Ortsgruppen ebenfalls zufrieden. „Die Kinderbetreuer und Jugendwarte haben hervorragende Arbeit geleistet: 6783 Stunden für feuerwehrtechnische Ausbildung „geopfert“, 412 Tage für Freizeiten, Fahrten und Ausflüge, 10 937 Stunden für allgemeine Jugendarbeit, ungezählte Kindergruppen-Bastel- und Backnachmittagsstunden sowie 3723 Stunden für eigene Weiterbildung!“ Das Ziel des Lispenhäusers: „Gemeinsam wollen wir bei den Jugendfeuerwehren die 1000-Mitglieder-Marke schaffen!“

Sowohl „sein“ 11 000-Euro- Haushalt als auch der von Thomas Schneemilch verwaltete 26 000-Euro-Haushalt des Kreisfeuerwehrverbands verbuchten für 2017 geringe Defizite, die durch Rücklagenentnahmen ausgeglichen wurden. Die Planung für 2018 soll sich nach dem Willen der Delegierten in ähnlicher Größenordnung bewegen.

Sven Kastenhuber und Christoph Führer-Lafontaine vom DRK-Kreisverband Rotenburg überreichten der gastgebenden Wehr einen mit Goldpapier umwickelten 500-Euro-Scheck für ihren neu angelegten Spielplatz, den Wehrführer Mike Heckroth dankbar in Empfang nahm.

Dass man die Arbeit der Feuerwehren schätzt, zeigte sich an der langen Liste der Grußwortredner, denen zugutekam, dass die Ansprache von Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar krankheitsbedingt ausfiel. Landrat Dr. Michael Koch sagte nicht nur Danke, sondern überreichte auch noch die obligatorische Zuwendung. CDU-Landtagsabgeordnete Lena Arnoldt erklärte ihren Beitritt zum Jugendfeuerwehrarbeitförderverein, SPD-Landtagsabgeordneter Torsten Warnecke kündigte eine Überweisung an den Verein an.

Brandschutzdezernent Thomas Finis vom Regierungspräsidium Kassel stellte eine Erhöhung der Anerkennungsprämien in Aussicht. Außerdem rief er dazu auf, mit offenen Armen auf die nicht mehr so ehrenamts-affine „Generation „Warum ich?“ zuzugehen. 

Für die Sache brennen

Auffällig und erfreulich war, dass mit Andreas Kaufmann vom Feuerwehrverband des Kreisteils Bad Salzungen des Wartburgkreises im Jahr 28 nach der Wiedervereinigung auch mal ein Thüringer nach Hessen eingeladen war und sehr humorvoll Grüße übermittelte: „Wenn alle - wie Ihr hier in Gilfershausen - für die Sache brennen, dann reißen wir uns doch das Futter aus der Mütze! (zwa)

Von Wilfried Apel

Auch interessant

Kommentare zu diesem Artikel