Wilder Dreh seit 25 Jahren

Jörg Grünberg ist mit seinem Fahrgeschäft Breakdance beim Strandfest in Rotenburg vertreten

Ein Mann und sein Karussell: Jörg Grünberg vor seinem noch halb verpackten Breakdance. Selbst fährt er allerdings nicht mit, bekennt der Eigentümer.  

Rotenburg. Es ist ewig her, dass Jörg Grünberg, Besitzer eines Breakdance-Fahrgeschäfts, das letzte Mal selbst Karussell gefahren ist. „Ich vertrage das nicht mehr“, sagt der 51-Jährige mit einem Lachen.

Dabei sitzt er auf der Veranda seines Wohnmobils, an dessen Eingang sogar eine Türklingel angebracht ist. Hier, auf dem Rotenburger Festplatz, ist Grünberg momentan zuhause, und nebenan bauen seine Mitarbeiter gerade Grünbergs Fahrgeschäft auf: den Breakdance.

Kein Wunder, dass das eigene Karussell für Grünberg nichts mehr ist. Es ist ganz offenbar für jüngere Leute gemacht: Vierzehn Mal pro Minute dreht sich die große Scheibe, während die daran befestigten Kabinen für die Fahrgäste mit 28 Umdrehungen rotieren. Elektromotoren mit einer Kraft von 120 Kilowatt sorgen für eine wilde Fahrt.

Vor 25 Jahren hat Jörg Grünberg den Breakdance erworben – damals für 1,6 Millionen Mark. Grünberg stammt aus einer Schaustellerfamilie, war schon als Kind mit den Eltern in ganz Deutschland unterwegs und erlebte ihre Welt als aufregend und abwechslungsreich. „Ich bin kein Büro-Typ“, sagt Grünberg.

In 20 Städten jedes Jahr

In rund 20 verschiedenen Städten macht Grünberg mit Breakdance und Familie jedes Jahr Station. Vier Mitarbeiter verladen die Anlage nach jedem Fest auf drei Tieflader und bauen sie neu auf. Auch die Besucher des Münchner Oktoberfests fahren mit Grünbergs Breakdance. Im Winter wird der Breakdance eingemottet, und Familie Grünberg betreibt einen Glühweinstand auf einem Weihnachtsmarkt in Luxemburg.

Aufbauarbeiten: Das Fahrgeschäft wird eingerichtet. 

Auch wenn Grünbergs zwei feste Wohnsitze in Deutschland haben: Grünbergs neunjähriger Sohn besucht meist eine fahrende Schule an den Orten, wo die großen Feste mit Jahrmarkt stattfinden. Das Wohnmobil der Familie lässt sich seitwärts ausfahren und bietet dann einigen Komfort auf 70 Quadratmetern Wohnfläche. Der nächtliche Lärm vom angrenzenden Festplatz macht Jörg Grünberg nichts aus. Er ist daran gewöhnt.

Manchmal sitzt Jörg Grünberg auch selbst am Mikrofon und macht „den Papagei“, wie er sagt, legt Musik auf und animiert das Publikum mit markigen Sprüchen zum Mitfahren. Kinder und Jugendliche, sagt er, seien inzwischen etwas schwieriger zu begeistern als früher. Viele investierten ihr Taschengeld lieber in teure Mobiltelefone als in Fahrten auf dem Karussell. Mit ausschlaggebend für den geschäftlichen Erfolg sei schließlich auch das Wetter. Da legt sich Grünberg fest: 25 Grad seien ideal, bei leichter Bewölkung. „Sonst gehen die Leute ins Schwimmbad oder grillen.“

Schaustelleraktion

Die Schausteller auf dem Rotenburger Festplatz locken in diesem Jahr mit einer besonderen Aktion: Wer an einem Karussell oder einem Stand mehr als fünf Euro ausgibt, erhält am Donnerstag und am Freitag bis 21 Uhr ein Los. Unter allen Losen werden am Freitag um 21.30 Uhr an Kaisers Stand für Kaffee und Crêpes die Gewinner gezogen. Es gibt Strandfesttaler im Wert von 100, 75, 50, 40 und 25 Euro zu gewinnen. Insgesamt gibt es 15 Preise. Die Taler lassen sich bei den Schaustellern wiederum wie Gutscheine einlösen.

Auch interessant

Kommentare zu diesem Artikel