Schule ist ihre Leidenschaft

Ivonne Buchenau ist die neue Leiterin der Beruflichen Schulen Bebra

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Ist in der Region heimisch geworden: Ivonne Buchenau Schuljahr 2017/18.

Bebra. Ivonne Buchenau wusste schon nach ihren ersten drei Schultagen, dass sie selbst Lehrerin werden wollte. Einen handwerklichen oder technischen Beruf hatte man ihr zugedacht, doch als Lehrerin brauchte sie das Abitur.

Davon musste sie die Eltern, der Vater Industriemechaniker und die Mutter Zwirnerin (Textilhandwerk), erst überzeugen.

Der Lehrerberuf sei ihre absolute Leidenschaft, sagt Ivonne Buchenau, die seit dem Sommer die Beruflichen Schulen in Bebra leitet. Sie arbeitet gerne mit jungen Menschen zusammen, spricht von einem Erlebnis, wenn Schüler sich etwas erarbeitet haben. Dieses Erlebnis teilt sie gerne mit ihnen und erinnert sich an ihre eigene Schulzeit mit der persönlichen Ansprache der Lehrerin, die sich über Fortschritte jedes einzelnen mitfreute.

Dass die gelernte Gymnasiallehrerin in Hessen gelandet ist, war Folge einiger Zufälle. Sie wollte nach dem Studium in Berlin eigentlich in ihrer Heimat im Erzgebirge eine Stelle antreten, doch am letzten Ferientag kam der Einstellungsstopp in Sachsen. Ein Lehrauftrag in Minden folgte – und viele Fahrten auf der A 4 durch Osthessen – auch abseits der Autobahn, wenn sich dort die Fahrzeuge stauten. Außerhalb der Großstadt fühle sie sich am wohlsten, sagt sie. Das Mittelgebirge gefällt ihr, der Meißner ist ihr kleines Erzgebirge. Ihre erste feste Stelle als Lehrerin trat sie also in Eschwege an. Hier lernte sie auf einer Klassenfahrt ihren Mann Jörg kennen und später auch lieben. Er ist Busunternehmer in Herleshausen.

Die Beruflichen Schulen in Bebra sind für sie kein absolutes Neuland gewesen. Ihr Rat als Abteilungsleiterin des Beruflichen Gymnasiums (BG) in Eschwege war schon bei der Gründung des BG in Bebra gefragt und sie selbst bei der Einweihungsfeier dabei.

Erst zwei Wochen vor Schuljahresbeginn im vergangenen August wusste Buchenau, dass sie die Nachfolge von Wolfgang Haas antreten würde. Mit ihr hat auch Bianca Feyerabend als Stellvertreterin und Nachfolgerin von Reiner Marth neu begonnen. Alles sei perfekt vorbereitet gewesen, sagt Ivonne Buchenau und freut sich über die angenehme und offene Aufnahme in das Kollegium mit über 100 Köpfen. Die meisten kennt sie inzwischen auch mit Namen.

Den Standort sichern

Sie möchte mit den Kollegen die Schülerzahlen halten und weiter ausbauen. „Wir gemeinsam gestalten unsere Schule für unsere Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit den Betrieben, dem Schulträger und der Stadt“, betont Buchenau und weist auf die Bedeutung der Bildungseinrichtung auch für Bebra und die Region hin. Es sei wichtig, dass die Schüler nach Ausbildung oder Studium gerne in die Region zurückkehrten, sagt Buchenau.

Wenn es mal nicht um Schule geht, entspannt sie sich beim Klöppeln. Das hat sie in ihrer Heimat im Erzgebirge acht Jahre lang gelernt. In den Ferien ist sie gern mit ihrem Mann im Wohnwagen unterwegs, am liebsten in Südfrankreich. Sie kocht aber auch mit Freude, am liebsten Traditionelles. Und der Busbetrieb der Familie sei ihr Hobby, erklärt die 44-Jährige.

Aber ihre Leidenschaft – das ist die Schule.

Zur Person

Ivonne Buchenau (44) ist in der Nähe von Annaberg-Buchholz im Erzgebirge geboren. Nach dem Abitur studierte sie in Potsdam und Berlin gymnasiales Lehramt Mathematik, Chemie und Informatik. Das Referendariat absolvierte sie an ihrer alten Schule. Wegen des Einstellungsstopps in Sachsen übernahm sie einen Lehrauftrag in Minden an einer Integrierten Gesamtschule, wechselte 1999 an die Beruflichen Schulen in Eschwege, wo sie 2004 Abteilungsleiterin für das Berufliche Gymnasium wurde. Seit 2005 wohnt sie mit ihrem Mann Jörg Buchenau, einem Busunternehmer, in Herleshausen. Das Paar hat keine Kinder, aber einen Neffen, der sie oft besucht.

Quelle: HNA

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