Anteil in den letzten Jahren stark gestiegen

Im Landkreis halten sich immer mehr Senioren in Fitnessstudios fit

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Kommt gerne in den Fitnesspark Bebra und absolviert dort sein Sportprogramm: Der 65-jährige Achim Wendov, hier auf einem Heimtrainer. 

Hersfeld-Rotenburg. Stepper statt Rollator: In den waldhessischen Fitnessstudios trainieren immer mehr ältere Menschen. 

Die Zeiten, in denen das Fitnessstudio nur ein Ort für Muskelpakete und Hantelstemmer war, sind vorbei. „Der Hype beim Trainieren dreht sich nicht mehr nur ums Muskeln aufpumpen, der Fokus liegt vielmehr auf der Gesundheit“, sagt Lena Hagedorn, Mitarbeiterin des Medi-Sport-Gym in Bad Hersfeld. Das Durchschnittsalter liegt hier mittlerweile bei 40 Jahren. Deutlich mehr Senioren als noch vor einigen Jahren kämen heute zum Trainieren. Auch die Denkweise habe sich geändert. „Lieber keinen Bandscheibenvorfall haben, als 90-60-90“, sei das Motto. Viele Senioren würden über Reha-Sport den Weg ins Fitnessstudio finden und dann anfangen, dauerhaft an Geräten zu trainieren.

Regelmäßiger Sport im Fitnessstudio: Das ist auch für den 66-jährigen Hermann Feik in Bad Hersfeld wichtig.

Beliebt bei den Trainierenden über 50: Fahrrad, Stepper und Kraftgeräte, die Ausdauer und Muskulatur gleichermaßen trainieren. Wichtig dabei sei es, den Senioren unterstützend zur Seite zu stehen. „Betreuung ist sehr wichtig“, sagt Michaela Schadewald, Leiterin des Hersfelder Studios.

Rückenschmerzen adé

Ausdauer und Muskulatur, das trainiert auch Manfred Simon aus Bad Hersfeld. Der 77-Jährige geht dreimal in der Woche ins Fitnessstudio. Rückenprobleme? Adé. Wegen diesen hat er vor rund 25 Jahren angefangen mit dem Sport – und will ihn nicht mehr missen. „Anfangs muss man seinen inneren Schweinehund überwinden, aber dann läuft es.“ Simon fühlt sich durch das regelmäßige Fitnesstraining im Alltag fitter, spürt mehr Lebensqualität als zuvor. „Ich kann das nur allen Älteren empfehlen“, sagt er.

Auch im Fitnessstudio AktivPlus in Rotenburg trainieren immer mehr Menschen über 50 – sogenannte „Best-Ager“. Studio-Leiter Alexander Spoer schätzt den Anteil auf ein Drittel. Für die Senioren stehe Herz-Kreislauf-Training und Bewegung im Vordergrund, „und alles, was mit Aufrichtung zu tun hat“ – das sind vor allem Rückenübungen. Denn eine schwache Rückenmuskulatur ist häufig die Ursache von Rückenbeschwerden.

Allgemein nehme das Bewusstsein zu, seinen eigenen Körper fit zu halten, beobachtet Thomas Bretting, Leiter von Brettings Bewegungswelt in Lispenhausen. Er betont die Motorik als wichtigen Aspekt im Training bei Senioren. Im Schnitt gehen diese zwei Mal in der Woche trainieren – für etwas mehr als eine Stunde. Den Anteil an „Best Agers“ in seinem Studio schätzt Bretting auf 40 Prozent – erheblich mehr als noch vor einigen Jahren.

Vielmehr als bei den Jüngeren spiele die soziale Komponente eine Rolle. „Es geht auch darum, Leute zu treffen“, so Physiotherapeut Spoer.

Halten sich im Trampolinkurs im Fitnessstudio in Bebra fit: Sabine Trott (links), Horst Schlüter-Bodenstein und Isabel Arlt.

Das ist auch für Achim Wendov aus Bebra ein wichtiger Punkt. Der 65-Jährige geht dreimal in der Woche in den Fitnesspark in Bebra – und hat dort bereits Freundschaften geknüpft. Angefangen hat er im Rahmen einer Reha-Maßnahme. Dann packte ihn die Leidenschaft. „Mein Körper sagte mir, ich muss mehr tun – und das Training hat sofort Spaß gemacht“, sagt er.

Gerade hat er sein übliches Training hinter sich gebracht. Der Rentner fühlt sich sichtbar fit in seinem Körper. Fortschritte habe er sofort gespürt. „Ich hatte immer Rückenbeschwerden, die sind komplett weg.“ Auch der Blutdruck habe sich deutlich gebessert.

Die soziale Komponente

Wendov macht hauptsächlich Kraftübungen, zum Aufwärmen geht’s auf den Stepper. Sein Fitnesszustand habe sich stetig verbessert. Angefangen mit 95 Kilogramm an der Beinpresse, stemmt er mittlerweile 170. Auch die soziale Komponente will er nicht mehr missen. Immer wieder treffe er auf gleichgesinnte Senioren.

Im Studio, in dem Wendov trainiert, beträgt das Durchschnittsalter mittlerweile 48 bis 50 Jahre, sagt Leiter Nejat Sunel. Weit über dem Schnitt vor einigen Jahren. Und bei all der positiven Resonanz könnte es weiter steigen.

Quelle: HNA

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