Widerstand gegen Hitler

Imshausen: Das Kreuz mahnt wieder

50 Jahre soll es halten: Mithilfe eines Krans wurde das neue Gedenkkreuz bei Imshausen aufgestellt. Fotos: Achim Meyer

Imshausen. An der Gedenkstätte für den Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz mahnt ein neues Kreuz. Eingeweiht wird es am Jahrestag des Hitler-Attentats am 20. Juli.

Als wäre es ein Engel mit ausgebreiteten Flügeln, schwebte das mehr als 14 Meter hohe Holzkreuz anmutig an seinen Platz auf dem Gipfel des kleinen Hügels. Dann waren viele Hände und Augen vonnöten, um es exakt an dem Platz zu fixieren, an dem es die nächsten Jahrzehnte stehen soll.

In der Zimmerei in Ronshausen wurde das Holzkreuz zugeschnitten und mit Schutzlasur behandelt.

Mehr als fünf Monate, nachdem Sturm Friederike das Gedenkkreuz für den aus Imshausen stammenden Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz umriss, haben Handwerker eines Ronshäuser Sägewerks nun bei Imshausen ein neues Kreuz aufgestellt.

1949 errichtet

Adam von Trott zu Solz war im Auswärtigen Amt tätig und an den Plänen der Widerstandskämpfer beteiligt, die am 20. Juli 1944 versuchten, Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten. Nach dem Krieg setzten sich seine Brüder Heinrich und Werner dafür ein, mit einem Kreuz an ihren Bruder und den Widerstand zu erinnern. Damals sei das umstritten gewesen, sagt Ute Janßen, Bildungsreferentin der Stiftung Adam von Trott: „Das hat nicht nur freundliche Reaktionen provoziert.“ Das Kreuz, so Janßen, sollte von weither sichtbar sein und Mahnmalcharakter haben. Im Jahr 1949 wurde es errichtet.

Kreuz brach bei Sturm ab

Das Kreuz war aus Lärchenholz gefertigt und hielt Wind und Wetter 50 Jahre lang stand, bevor ein Sturm es im Jahr 1999 umwarf. Architekt Klaus Hönig aus Kaufungen entwarf ein neues Kreuz, das aufgrund des zur Verfügung stehenden Eichenstamms mit 14,5 Metern Höhe etwas kleiner ausfiel als sein Vorgänger und mit den Jahren am Fuß von einem Pilz befallen wurde. Als Friederike an ihm zerrte, brach es ab. Das neue Kreuz wurde nun aus zwei Schwarzkiefern hergestellt, die am gleichen Tag in einem Waldstück bei Bellers von Friederike umgerissen wurden. Waldbesitzer Adam von Trott aus Bellers, Namensvetter und Patenkind des Widerstandskämpfers, schenkte sie der Imshäuser Stiftung.

Rund 6000 Euro habe die Fertigung und Errichtung des Kreuzes gekostet, berichtet Ute Janßen. Die Stadt Bebra und die Sparkasse unterstützten das Vorhaben finanziell, außerdem der Sprengel Hersfeld und die Sontraer Adam-von-Trott-Schule – wir berichteten. Außerdem hätten viele Privatleute gespendet, betont Janßen. Janßen: „Das zeigt uns, dass sich viele Menschen mit dem Kreuz identifizieren, und macht uns dankbar.“

Zimmermeister Claus Fend von der Ronshäuser Zimmerei Fend und seine Mitarbeiter schnitten in Ronshausen das Holz zu, behandelten es mit einer Schutzlasur, transportierten es nach Imshausen und stellten es dort mit einem Kran auf. Lärchenholzbretter, die sich am Fuß zwischen die Stahlstützen und das Kreuz pressen, sollen für gute Luftzirkulation sorgen und ein erneutes Faulen verhindern. „Es sollte 50 Jahre halten“, sagt Fend.

Feier beginnt um 18 Uhr

Offiziell eingeweiht wird das Kreuz bei den Gedenkfeierlichkeiten, die dort traditionell am 20. Juli stattfinden. Die Veranstaltung findet am Freitag, 20. Juli, ab 18 Uhr in Imshausen statt. Das Programm wird in diesem Jahr von Schülern und Lehrern der Adam-von-Trott-Schule in Sontra gestaltet. Im Anschluss an die Gedenkfeier findet ein Nachgespräch statt.

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