„Streng nach der Priorität“

Impf-Vordrängler im Kreis Hersfeld-Rotenburg bislang nicht bekannt

Sehr begehrtes Gut: Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums hält eine Spritze mit Covid-19-Impfstoff in seiner Hand.
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Sehr begehrtes Gut: Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums hält eine Spritze mit Covid-19-Impfstoff in seiner Hand.

Fälle von Vordrängeln bei den Corona-Impfungen sind in den vergangenen Tagen zunehmend bundesweit bekannt geworden.

Hersfeld-Rotenburg – Im Landkreis gibt es offenbar bislang keine belegbaren Vorfälle. Es gebe keine Hinweise auf Impfdrängler, erklärt Kreissprecher Pelle Faust. Er tritt Gerüchten entgegen, dass Verwaltungsmitarbeiter am Ende eines Impftages Vakzine erhielten, die nicht verimpft werden konnten. „Wir verimpfen streng nach der Priorität der Bundesverordnung“, sagt Faust.

Aktuell seien noch die Personen mit der höchsten Priorität zu impfen. Sollten am Ende eines Impftages etwa bei den mobilen Impfteams zubereitete Impfdosen übrig sein, könnten die Einrichtungen in der Regel schnell weiteres Personal oder Personal von Rettungs- und mobilen Pflegediensten zur spontanen Impfung herbeitelefonieren.

Das bestätigt auch Karla Krause-Heid, Pflegedienstleiterin im Kreiskrankenhaus Rotenburg: „Wir haben eine Liste von Mitarbeitern, die in die höchste Kategorie der zu Impfenden fallen. Die können wir dann kurzfristig anrufen.“ Auch in dieser Klinik werden die Mitarbeiter durch ein mobiles Impfteam des Landkreises geimpft. „Das funktioniert reibungslos und im guten Miteinander“, sagt Krause-Heid.

Höchste Priorität

In einer Verordnung des Gesundheitsministeriums ist festgelegt, wer höchste Priorität bei den Corona-Schutzimpfungen hat. Das sind zum Beispiel Personen über 80 Jahre, Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen leben oder arbeiten, Mitarbeiter im ambulanten Pflegedienst am Menschen und Mitarbeiter, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Risiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind – insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder in der Onkologie. 

Für den Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Rotenburg, Alexander Stephan, widerspricht Vordrängeln beim Impfen grundsätzlich dem Rot-Kreuz-Gedanken. Berechtigungsschreiben hat er für die Rettungsdienstmitarbeiter ausgegeben. Sie alle, die ihren Dienst direkt am Patienten ausüben, fallen unter die höchste Priorisierung. Um Termine mussten sie sich allerdings selbst kümmern. Da hätte man sich vom Landkreis etwas mehr Unterstützung gewünscht, erklärt der Geschäftsführer. Er selbst sei noch lange nicht an der Reihe. Er habe einen Schreibtisch-Job, sagt Stephan.

Auch sein Kollege vom DRK-Kreisverband Hersfeld, Frank Leyendecker, ist noch nicht geimpft, sagt er. Man arbeite engagiert daran, dass alle Einsatzkräfte im Rettungsdienst möglichst schnell geimpft werden. Einfluss auf die Impfstoffverteilung oder Priorisierung habe man nicht. (Silke Schäfer-Marg)

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