Tagsüber müde und erschöpft

Immer mehr Waldhessen leiden unter Schlaflosigkeit

Hersfeld-Rotenburg. Die Schlaflosigkeit hat auch in den Betten im Kreis Hersfeld-Rotenburg Einzug gehalten. Immer mehr Menschen haben Ein- oder Durchschlafprobleme und fühlen sich deshalb tagsüber müde und erschöpft.

Bis zu 82 Prozent aller Hessen berichten von Schlafproblemen, rund zehn Prozent leiden unter diagnostizierter Insomnie – Tendenz steigend.

Das geht aus dem jüngsten Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK hervor, der unserer Zeitung vorliegt. Schlafstörungen seien ein bundesweiter Trend, erklärt Harald Schmidt, der Leiter des DAK-Servicezentrum für die Kreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner. „Es fehlen offenbar die Beruhigungsphasen, wir schalten zu schnell um zwischen Arbeit und Bettruhe, aber das funktioniert eben nicht übergangslos“, erklärt Schmidt.

Nachtarbeit, fehlende Pausen und Überstunden sind Gründe

Als Grund für ihre Schlafstörungen nennen viele Betroffene Schichtarbeit, Nachtarbeit, aber auch Überstunden, fehlende Pausen und ein hohes Maß an Erreichbarkeit durch Mobiltelefone und das Internet. Aber auch privat schalten viele Menschen nicht richtig ab. So nutzen laut DAK 69 Prozent ihr Smartphone, das Laptop, 80 Prozent der Erwerbstätigen schauen sich vor dem Schlafengehen noch Filme und Serien an.

„Viele Menschen haben zwar nachts das Smartphone an der Steckdose, aber ihre eigenen Akkus können sie nicht mehr richtig aufladen“, warnt DAK-Mann Schmidt. Dabei könne chronisch schlechter Schlaf der Gesundheit ernsthaft schaden.

Laut DAK hat sich die Einnahme von Schlafmitteln seit 2010 etwa verdoppelt. Lange Zeit hätte viele Menschen Schlaflosigkeit allerdings nicht als Krankheit angesehen und deshalb auch keinen Arzt konsultiert. Das scheint sich inzwischen zu ändern. „Die Bereitschaft zum Arzt zu gehen steigt“, sagt Schmidt, „man wird dünnhäutiger, die Schmerzgrenze scheint erreicht. 

Krakenstand im Kreis leicht gesunken

Beim Krankenstand ist der Kreis Hersfeld-Rotenburg nicht mehr Spitzenreiter in Hessen. Die Zahl der Ausfalltage wegen Krankheit ist im Jahr 2016 leicht gesunken. Dennoch liegt der Krankenstand mit 4,9 Prozent immer noch über dem Landesdurchschnitt in Hessen (4.1 Prozent. Das bedeutet, dass hier an jedem Tag im Jahr 2016 von 1000 Arbeitnehmern 49 krankgeschrieben waren. Den höchsten Krankenstand in Hessen hat jetzt Gießen (5,0), den niedrigsten haben die Kreise Hochtaunus und Main-Taunus (3,3). Diese Zahlen gehen aus dem neuen DAK-Gesundheitsreport hervor. Rückenschmerzen und andere Erkrankungen am Muskel-Skelett-System treten am häufigsten auf, gefolgt von Depressionen.

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Quelle: HNA

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