Neues Wegekonzept

Wandern auf neuen Pfaden: Ein neues Konzept sieht acht Rundwege um Rotenburg vor

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Zu Fuß nach Braach: Der Fuldauen-Rundweg führt zum Teil über den Radweg R1/5 (unser Bild entstand hinter den JGS-Parkplätzen), zum Teil auch über den Fuldaauen-Lehrpfad. Hier muss die Beschilderung erneuert und später gepflegt werden. 

Nichts ist unerfreulicher für den Wanderer als an einer Wegkreuzung zu stehen und keinen Hinweis zu finden, wo es weitergeht.

In Rotenburgs Wäldern und an beliebten Strecken soll das künftig nicht mehr passieren. Die Stadtverordneten haben sich einstimmig für ein neues Wander- und Spazierwegekonzept entschieden.

Ganz wesentlich dabei ist es laut Konzept allerdings, dass zugunsten der Qualität rigoros auf Quantität verzichtet werden soll. Das heißt, neu konzipiert, gestaltet und gepflegt werden künftig acht Wege. Von bisher 180 Wanderkilometern bleiben demnach noch 70. 

Vorhandene Beschilderungen, die nicht mehr neuen Standards entsprechen oder außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Stadt liegen (wie x3 oder x9, Ars Natura), sollen vom Bauhof zurückgebaut werden. Erhalten bleiben die gelben Beschilderungen der kleinen Wanderwege in den Stadtteilen (wie L1)

Annika Burghardt, die kommissarische Leiterin der Tourist-Info, hat das Konzept mit Unterstützung von Paul Mähler (Alheimerverein) und auf Basis einer wissenschaftlichen Arbeit entwickelt. Dennis May hatte an der Hochschule Fresenius als Masterarbeit ein Tourismuskonzept für Rotenburg erarbeitet.

Bei allen Wegen ist ein Rettungspunkt erreichbar

Burghardt hatte das Wanderwegekonzept bereits im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt. Berücksichtigt wird bei allen Wegen, dass immer auch ein Stadtteil eingebunden sein soll. Außerdem ist bei allen Wegen ein Rettungspunkt erreichbar. 

Wermutstropfen: Wer soll sich um die Wege kümmern? Sie müssen freigeschnitten bleiben, die Beschilderung und Sitzgelegenheiten müssen stets kontrolliert werden, Mülleimer müssen geleert werden.

Das sind Arbeiten, die früher auf ehrenamtlicher Basis liefen, besonders der Alheimerverein hatte sich engagiert. Doch die Mitglieder können das aus Altersgründen nicht mehr. Finden sich andere, „junge“ Rentner oder Pensionäre? Bei der Stadt will man sich nicht darauf verlassen. 

Die Wege sind so konzipiert, dass sie mit Fahrzeugen von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs erreicht werden können, die Arbeit mit den entsprechenden Kosten also vom Bauhof geleistet wird.

Vor der Herrichtung der neuen Wanderwege stehen noch viele Arbeiten an

Das Herrichten der Wanderwege soll möglichst zeitnah durch Hessen Forst geschehen. Allerdings scheint das problematisch zu sein, so heißt es im Konzept. Die Behörde sehe aufgrund der Windwurf-Arbeiten keinen Sinn darin, die Wege jetzt herzurichten. Auf Schilder würde dabei auch keine Rücksicht genommen. 

Auch der dringend zu erneuernde Waldlehrpfad, der zum künftig neuen Heienbach-Rundweg gehört, sollte in den kommenden beiden Jahren nicht instand gesetzt werden. Es sei zu bemerken, dass eine gewisse Ablehnung gegenüber Wanderern im Wald rund um Rotenburg vorhanden zu sein scheine, heißt es im Umsetzungskonzept der MER.

Der Leiter des Forstamtes Rotenburg, Dr. Hans-Werner Führer, widerspricht da allerdings. Der Wald sei offen für alle Erholungssuchenden und man bemühe sich, die Instandsetzung der Wege zeitnah hinzubekommen.

Keineswegs verschließe man sich der neuen Wanderwegekonzeption. Allerdings sei es richtig, dass noch viele Arbeiten anstehen durch Windwurf und schwere Maschinen dabei eingesetzt werden. Deshalb sei es tatsächlich nicht sinnvoll, Wege endgültig herzurichten. 

Dr. Führer geht nicht davon aus, dass es noch zwei Jahre dauern wird, bis der Waldlehrpfad wieder instandgesetzt ist.

Ziel: Weniger Wege, mehr Qualität

70 statt 180 Kilometer Wanderwege – die drastische Reduzierung soll mit höherer Qualität einhergehen. Hier die neuen Rundwege: 

  • R1, Höberück/Pilzchen, 3,5 Kilometer in Rotenburg. 
  • R2: Rundweg Hohe Buche, 14,2 Kilometer, Verkürzung ab Mündershausen möglich. 
  • R3: Heuschbach-Rundweg im Bereich Atzelrode-Wüstefeld. 
  • R4: Fuldaauen-Rundweg, 6,3 Kilometer, Bereich Rotenburg-Braach. 
  • R5: Storchensee-Rundweg, 4 Kilometer, in Rotenburg. 
  • R6: Alheimer-Rundweg, 12 Kilometer mit Verlängerungsmöglichkeit um den Turm zusätzlich 3,5 Kilometer, Rotenburg. 
  • R7: Haselgrund-Alheimer-Tour (Rundweg mit Zubringerweg ab Dankerode) 12 Kilometer, Bereich Dankerode-Seifertshausen-Erkshausen. 
  • R8: Heienbachtal-Rundweg, 12 Kilometer, Rotenburg-Lispenhausen-Schwarzenhasel. (wegen Forstarbeiten noch nicht 2020 umsetzbar.)

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