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Hitze hat die Region Hersfeld-Rotenburg fest im Griff

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Von: Kim Hornickel, Peter Gottbehüt, Mario Reymond, Eden Sophie Rimbach

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Viel Flüssigkeit: Im Altenzentrum in Ludwigsau bekommt Bewohnerin Margarete Roßkopf erfrischende Wassermelone von Pflegerin Anastasia Lituiniuc gereicht.  
Viel Flüssigkeit: Im Altenzentrum in Ludwigsau bekommt Bewohnerin Margarete Roßkopf erfrischende Wassermelone von Pflegerin Anastasia Lituiniuc gereicht.   ©  Kim Hornickel

Die hohen Temperaturen der vergangenen Tage haben im Kreis Hersfeld-Rotenburg in vielen Bereichen des täglichen Lebens zu Einschränkungen geführt.

Hersfeld-Rotenburg – Zwei tropisch heiße Tage liegen hinter uns. Überall hat es Warnungen vor großer Hitze und extremer Waldbrandgefahr gegeben. Die hohen Temperaturen haben daher in vielen Bereichen des täglichen Lebens zu Einschränkungen geführt.

In den Schulen waren die Lehrkräfte sensibilisiert worden, beispielsweise Räume mit starker Sonneneinstrahlung nicht für den Unterricht zu nutzen, erklärte Schulamtsleiter Jürgen Krompholz. Er erinnerte auch daran, dass es das früher übliche Hitzefrei so heute gar nicht mehr gebe, da verlässliche Schulzeiten angeboten werden müssten. Das liege daran, dass in vielen Familien beide Elternteile berufstätig seien. Grundlegend gelte laut Krompholz: „Viel trinken, die Sonne meiden und den Sportunterricht reduzieren.“

Im Awo-Brigitte-Mende-Haus in Bebra sind die Maßnahmen zum Schutz der Bewohner in Ordnern festgehalten.

Diese liegen in jedem Wohnbereich und der Tagespflege bereit. Tritt die erste Hitzewarnstufe ein, werden die wettergerechte Kleidung der Bewohner, wie viel sie am Tag getrunken haben und die Zimmertemperaturen geprüft. Ab 30 Grad muss der Bewohner in einen kühleren Raum gebracht werden.

Bei drei Tagen mit Hitzewarnung infolge wird mit der dann eingetretenen zweiten Warnstufe zusätzlich morgens und abends die Körpertemperatur der 62 Bewohner und der acht Besucher der Tagespflege gemessen.

Einrichtungsleiterin Ina Wagner und Pflegedienstleiterin Christina Holzhauer fügen hinzu, dass mit Eis und dem generell frei zur Verfügung stehenden Wasser natürlich auch auf die Gesundheit der Mitarbeiter geachtet werde.

Im evangelischen Altenhilfezentrum in Ludwigsau trifft die Hitze Mitarbeiter und Bewohner. „Durch die Maske ist es für uns eine doppelte Belastung“, sagt Pflegedienstleitung Sandra Grebe. Weil die Temperaturen besonders für die betagten Bewohner belastend sind, hat das Altenhilfezentrum einen Maßnahmenkatalog für die heißen Tage entwickelt. „Wenn wir eine Hitzewarnung vom Deutschen Wetterdienst bekommen, dann gehen bei uns die Rollos gegen 8 Uhr zu“, sagt Grebe.

Um die Temperaturen in dem Seniorenzentrum möglichst kühl zu halten, lüften die Mitarbeiter morgens und schließen dann Vorhänge und Türen. Doch das allein reicht noch nicht. Damit die Senioren genug Flüssigkeit zu sich nehmen, werden die Mitarbeiter kreativ. „Dann gibt es eben Götterspeise statt Kuchen und mal eine Kaltschale“, so Grebe. Weil auch Trauben und Wassermelone viel Flüssigkeit enthalten, werden die Früchte im Sommer häufig serviert. Trinkstationen mit zimmerwarmem Wasser sind in den Fluren aufgebaut.

Auf einer Autobahnbaustelle am Kirchheimer Dreieck wurden bereits am Dienstag um die Mittagszeit die Asphaltarbeiten gestoppt. Dort wären die Bauarbeiter nicht nur den hohen Lufttemperaturen ausgesetzt gewesen, denn der Asphalt ist beim Verarbeiten noch viel heißer.

Das bestätigt auch Bickardt-Bau Pressesprecher Thorsten Sindel. „Gussasphalt beim Brückenbau hat eine Temperatur von 210 Grad, normaler Asphalt von 160“, sagt der 56-Jährige. Selbst bei diesen Temperaturen brenne die Hitze für die Mitarbeiter also schlimmer von unten, als von oben. esr/pgo/rey/kh

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