Finanzminister Schäfer besucht die Fuldastadt

Hessen investiert drei Millionen Euro in das Finanz-Studienzentrum in Rotenburg

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Erster Spatenstich: Zum Startschuss für die Umgestaltung des neuen Innenhofs im Rotenburger Studienzentrum der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege trafen sich – auf unserem Bild vorne von links – Yvonne Winter, Michael Hohmann, Almut Teichmann, Dr. Thomas Schäfer, Karl Jennemann, Konstanze Bepperling und Jürgen Roßberg mit Mitarbeitern der Baufirma.

Rotenburg wird bei der Ausbildung der Nabel der Hessischen Finanzverwaltung bleiben. Drei Millionen Euro investiert das Land in das Rotenburger Studienzentrums.

„Das ist eine bewusste Entscheidung und eine klare Aussage pro Nordhessen – der Standort Rotenburg hat eine sehr, sehr große Tradition, die wir weiter ausbauen wollen“, sagte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer bei einem Besuch am Rotenburger Studienzentrum am Donnerstagvormittag. 

Selbst grenzenlose Optimisten hätten den enormen Anstieg der Zahl der Auszubildenden so nicht erwartet, betonte Schäfer. Die Zahl der Anwärter ist von 345 im Jahr 2016 auf 800 angewachsen „und das wird sich auf mittlere Sicht auch zukünftig nicht ändern“, erklärte der Finanzminister. Gründe seien der sehr viel höhere Ersatz von altersbedingt ausgeschiedenen Mitarbeitern und die demografievorsorgende Stellenpolitik. 

Ziel sei es, diese Ausbildungs-Herausforderung zentral in Rotenburg zu stemmen und durch die Zusammenarbeit mit dem HKZ, der BKK-Akademie, dem Jugendhof des Landkreises und weiteren Partnern für geplante Anmietungen den erhöhten Bedarf an Wohn-Kapazitäten dauerhaft bereitstellen zu können. 

Schäfer dankte ausdrücklich den Bediensteten am Rotenburger Studienzentrum dafür, „dass sie mit so viel Verve, Herzblut und innerem Antrieb hier arbeiten“. Hierdurch sei man in Rotenburg auf einem sehr, sehr guten Weg, diese große Gesamtherausforderung – neben dem Wohnraum gelte es ja auch unter anderem Dozenten zu gewinnen – zu bewältigen. 

30 Dienstposten für Rotenburger Studienzentrum

Mit 30 Dienstposten, die dem Standort Rotenburg anstelle von bisherigen Abordnungen zugeschlagen werden, wolle man den Bediensteten zudem mehr Sicherheit für ihre dauerhafte Arbeit in der Fuldastadt bieten, erklärte der Finanzminister später im Audimax des Studienzentrums. 

Zuvor hatte er gemeinsam mit dessen Leiter Karl Jennemann und weiteren Verantwortlichen den Startschuss für den Umbau des neu gestalteten Innenhofs gegeben.

Zum Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz gehören vier Einrichtungen: die Hessische Hochschule für Finanzen und Rechtspflege (früher Verwaltungsfachhochschule), die Landesfinanzschule Hessen mit Sitz im Rotenburger Schloss, die Ausbildungsstätte für den mittleren Justizdienst sowie die Zentralverwaltung. 

Gegründet wurde das Studienzentrum 2006. Seinen Sitz hat es an der Josef-Durstewitz-Straße. Bereits seit 1973 bildet die hessische Landesverwaltung dort aus.

Hessen investiert drei Millionen Euro

Viel vorgenommen haben sich die Verantwortlichen des Studienzentrums der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg. Unter dem Motto „modern wohnen, modern lernen“ sollen attraktive Rahmen- und Freizeitbedingungen für die Auszubildenden geschaffen und erhalten werden. 

Und das lässt sich das Land Hessen etwas kosten: bei rund drei Millionen Euro liegen die Gesamtinvestitionen für Bau- und Modernisierungsarbeiten, die bis Ende des kommenden Jahres an den verschiedenen Standorten verbaut werden sollen. 

Mit der Neugestaltung des Innenhofes am Hauptsitz an der Josef-Durstewitz-Straße fand am Donnerstagmorgen der offizielle Startschuss für die Arbeiten statt. Beim symbolischen ersten Spatenstich griffen – allen voran – Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und Karl Jennemann, Direktor des Studienzentrums, gemeinsam mit weiteren Vertretern aus dem Finanzministerium, der beauftragten Planungsbüros und der bauausführenden Firma zu den Schaufeln. 

Auf 1200 Quadratmetern soll dort ein Areal mit mediterranem Charakter und somit „in einem klaren Kontrast zu den bestehenden doch recht tristen Gebäuden entstehen“, wie Almut Teichmann vom Planungsbüro Landschaft und Garten aus Wildeck es ausdrückte. Organische Formen, viel Grün, zwei Wasser-Installationen und erhöhte Sitzgelegenheiten und Lounges sollen sowohl für eine gute Lern- und Arbeitsumgebung als auch für eine gemütliche Umgebung in den Pausen sorgen, erklärte Yvonne Winter vom Fuldaer Planungsbüro Gartissimo. 

Auch ein Klassenzimmer im Freien unter einem Glasdach und eine große Leinwand für Filmvorführungen soll es geben. „Die Kosten belaufen sich auf 600 000 bis 700 000 Euro“, berichtete Michael Hohmann, Leiter der Zentralabteilung im Hessischen Finanzministerium. Im kommenden Frühjahr soll die Umgestaltung des Innenhofs fertig sein. Über die weiteren Bauprojekte, wie die Umgestaltung des Caféteria-Bereichs und der Aufenthaltsräume im Rotenburger Schloss sowie die Neugestaltung der dortigen Bibliothek und des zentralen Empfangs hatte Alexander Kerst, Geschäftsbereichsleiter des Studienzentrums, zuvor informiert. 

Einen Einblick in das umfangreiche Angebot des Studienzentrums hinsichtlich der Freizeitgestaltung, das von einem Campus-Kino-Club über außergewöhnliche Vorträge in der Reihe „open your mind“, die einen Blick über den Finanz-Tellerrand bieten sollen, bis hin zu Sportangeboten wie Zumba und Yoga reicht, hatte Thomas Möller, Vorsitzender des Haupt- und Personalrats, gegeben. 

Ziel sei es – wie zuletzt in der Campus-Zeitung der Studierenden zu lesen war, weiterhin hervorragende Studien- und Lehrbedingungen an einem attraktiven Standort bieten zu können. Dass dafür in Rotenburg alles getan werde, davon zeigte sich Finanzminister Schäfer überzeugt: „Angesichts des hier erlebten herausragenden Engagements und der Leidenschaft entsteht hier etwas Großes“, sagte er.

Im Sommer wurden163 Finanzwirte in Rotenburg verabschiedet,wie die hersfelder-zeitung.de* berichtete. 


*hersfelder-zeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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