Allergiker besonders gefährdet

Kliniken in Hersfeld-Rotenburg haben zwei Wespenstich-Patienten pro Woche 

Hersfeld-Rotenburg. Wespen-Alarm - da wird es beim Essen auf dem Balkon ungemütlich. Wild mit den Händen wedeln bringt nichts, sagen Experten im Kreis.

Wenn eine Wespe oder Biene sticht, kann das für Allergiker gefährlich werden. Darauf weist der Rotenburger Lungengenfacharzt und Allergologe Dr. André Hofmann hin. So ist ein Mann aus der Region kürzlich nach einem Wespenstich erstickt, weil der Rachenraum in kurzer Zeit zugeschwollen war.

Wöchentlich behandelt Hofmann im KKH zwei bis drei Patienten nach Wespenstichen. Ins Klinikum Bad Hersfeld kommen täglich ein bis zwei Patienten mit Insektenstichen, jeder Zehnte zeige mehr als eine lokale Reaktion, erklärt Sprecher Werner Hampe.

Die Insekten finden in diesem Jahr besonders gute Bedingungen vor: Wärme und Trockenheit nennt Martina Schäfer, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis. Wespen – auch Hornissen gehören zu den Wespen – stehen unter Schutz und dürfen nicht vernichtet werden. Die Insekten können am Kaffeetisch zwar lästig sein, aber sie sind auch sehr nützlich. Martina Schäfer erklärt, dass Wespen Kohllarven, Blattläuse und Mücken vertilgen und auch tote Insekten beseitigen.

Häufig wird die Feuerwehr kontaktiert, wenn es Probleme mit Wespen am Haus gibt. Jörg Fleischhut, Stadtbrandinspektor in Rotenburg, verweist sie dann an einen Hausmeisterdienst. Die Feuerwehr werde meist nicht tätig, sagt Fleischhut. „Das muss fachgerecht von Firmen gemacht werden, die Lohn und Brot damit verdienen.“

Viele Imker kennen sich nicht nur mit Bienen, sondern auch mit Wespen aus. Erich Wirf aus Wildeck ist Wespensachverständiger im Imkerverein Blumenstein. Die Hochzeit der Wespen sei im August/September, sagt er. Er selbst töte keine Tiere, sondern siedele sie nach Absprache mit dem Nabu oder der Naturschutzbehörde in den Wald um. Derzeit wird Wirf zwei bis dreimal pro Woche wegen Wespen gerufen.

Hintergrund: So geht man richtig mit Wespen um

Nach Wespen sollte man nicht schlagen oder sie wegpusten, besser ist es, sie wegzuschieben. Zwei der acht Wespenarten mögen laut Nabu Fleisch, Wurst und Süßes. Das sollte im Freien ebenso abgedeckt werden wie Getränke, Kindern sollte der Mund abgewischt werden. Bunte Kleidung, Parfüm und Cremes locken sie an. Bei Schmerzen nach einem Stich hilft eine halbe rohe Zwiebel. 

Wespen dürfen wie alle „wilden“ Tiere (und Pflanzen) laut Bundesnaturschutzgesetz nicht ohne vernünftigen Grund in ihrer Entwicklung gestört oder getötet werden. Bei Problemen mit Nestern am Haus kann man sich an die Naturschutzbehörde beim Kreis wenden und an Imkervereine. Kammerjäger und Hausmeisterdienste (Gelbe Seiten) helfen, wenn Wespen zur Gefahr werden. Die Feuerwehr tritt in der Regel nur bei Gefahr für Mensch und Leben in Aktion.

Quelle: HNA

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