November-Quote so niedrig wie seit 37 Jahren nicht

Hersfeld-Rotenburg: Arbeitsmarkt trotzt Corona immer noch, nur bei jungen Menschen nicht

Agentur für Arbeit
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Agentur für Arbeit: Im November 2021 trotzt die Wirtschaft im Kreis Hersfeld-Rotenburg der Pandemie immer noch. (Symbolbild)

Die angesichts der Corona-Zahlen kaum noch zu glaubende positive Situation am Arbeitsmarkt in Hersfeld-Rotenburg hält an. Die Arbeitslosenquote sinkt im November auf 3,2 Prozent.

Hersfeld-Rotenburg – Im Vormonat lag die Quote noch bei 3,3 (Vorjahr: 3,7). „Die Wirtschaft in der Region hat sich seit dem Frühjahr weitgehend stabilisiert“, resümiert Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Er schränkt jedoch ein: „Die Risiken einer sich weiter verschlechternden Pandemielage sind insbesondere für Gastronomie und Hotellerie bereits jetzt sichtbar.

Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis ist im Berichtszeitraum für November weiter gesunken: von 2106 auf 2061. Vor einem Jahr waren noch 678 Einwohner mehr in Hersfeld-Rotenburg ohne Job. Der Arbeitsmarkt in Waldhessen zeigt sich bereits seit vielen Monaten wesentlich robuster als im hessischen und bundesweiten Vergleich und auch die aktuelle Entwicklung wird daran voraussichtlich nichts ändern. Mit 3,2 Prozent wird für den Landkreis die niedrigste November-Quote seit mehr als 37 Jahren gemeldet.

Dennoch sind die Zahlen der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda diesmal mit mehr Vorsicht zu genießen. Sie stammen vom 11. November, wurden also erhoben, als die Lage in den Krankenhäusern und der Wirtschaft noch wesentlich entspannter war.

Vor allem Frauen profitieren von „Herbstbelebung“

„Ungeachtet der komplexen Situation sehen wir eine Herbstbelebung, von der vor allem Frauen profitieren. Dies hängt insbesondere mit Einstellungen im Einzelhandel zusammen“, sagt Waldemar Dombrowski. Die Zahl der arbeitslosen Frauen ging im November gegenüber Oktober um 43 auf 923 zurück, bei Männern blieb die Zahl dagegen nahezu unverändert.

Auch bei älteren Arbeitslosen ist die Entwicklung positiv. Derzeit sind 740 Personen über 50 Jahren arbeitslos gemeldet – 21 weniger als im Oktober und 130 weniger als vor einem Jahr. Ebenfalls erfreulich ist der überproportionale Rückgang der Arbeitslosigkeit bei schwerbehinderten Menschen um ein Viertel.

Als Folgewirkung der lang anhaltenden Corona-Pandemie ist die Langzeitarbeitslosigkeit leicht angestiegen. Aktuell sind 843 Personen und somit 40,9 Prozent aller Arbeitslosen in der Region Hersfeld-Rotenburg seit mehr als einem Jahr ohne Job.

Für eine verbesserte Konjunktursituation spricht nach wie vor der erhöhte Zugang an Stellen – sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vorjahr. Gegenwärtig liegen dem Arbeitgeberservice im Raum Hersfeld-Rotenburg 1417 Stellen zur Besetzung vor – 249 mehr als im November vergangenen Jahres.

Corona trifft am Arbeitsmarkt wieder junge Menschen

Es gibt allerdings auch eine Personengruppe, bei der die Tendenz im November negativ ausfällt. 185 Männer und Frauen unter 25 Jahren waren arbeitslos gemeldet. Das waren 14 mehr als vor einem Monat. Die Quote stieg von 2,6 Prozent auf 2,8 und liegt damit immer noch deutlich unter der Quote für Kreisbewohner zwischen 15 und 65 Jahren. Allerdings hat sich die Situation am Arbeitsmarkt für die junge Generation damit der von vor einem Jahr angenähert, als die Quote bei 2,9 Prozent lag. Alle anderen Altersklassen stehen deutlich besser dar als im November 2020. Das ist laut Dombrowski vor allem auf das Auslaufen befristeter Verträge zurückzuführen, die im Kontext des kritischer werdenden Pandemiegeschehens nicht verlängert worden seien.

Die sogenannte Unterbeschäftigungsquote, die auch die Menschen erfasst, die in einer „arbeitsmarktpolitischen Maßnahme“, vorübergehend krank oder älter als 58 Jahre sind und Hartz-IV beziehen, liegt bei 4,1 Prozent (Vormonat: 4,1; Vorjahr: 4,7).
Zudem erfahren zahlreiche Branchen und Betriebe Beeinträchtigungen durch Lieferkettenprobleme.“ (Christopher Ziermann)

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