Gute Laune im Festzelt

Heimatabend zur Kirmes: Braacher feierten das Brauchtum und sich selbst

Starker Nachwuchs: Die Bambinis des TV 1919 Braach zeigten wahre Begeisterung für ihren Sport. Unterstützt bei ihrem musikalischen Vortrag wurden sie von den Senioren des Vereins, die sich selbst als „Spitzenreiter“ feierten, vorn Thomas Bieber.

Braach. Brauchtum wird in Braach großgeschrieben: Beim Heimatabend im Festzelt am Sonntag präsentierte sich die junge Generation hoch motiviert und in bester Feierlaune.

Die Kirmesburschen und Mädels machten Hoffnung, dass Traditionen bewahrt und Gemeinschaft gestärkt wird. Ein Jahr vor dem großen 100. Geburtstag des TV 1919 Braach verteilten die Bambinis zu Beginn weiße Rosen an die Frauen sowie blau-weiße Fähnchen und Luftballons. Später sangen sie gemeinsam mit den Senioren. Das Wir-Gefühl fängt früh an.

Darüber freute sich auch Hartmut Freitag, Sprecher der Brauchtum-Kirmes. Die Kirmesburschen seien sehr engagiert und bereit, viel Zeit für die Dorfgemeinschaft zu investieren. Freitag bat um Verständnis, dass das Feuerwerk in diesem Jahr aufgrund der starken Dürre und Trockenheit ausfallen musste. Es soll nachgeholt werden.

Musik vom Männergesangverein: Von Volksliedern bis zu den Toten Hosen

„Ich ziehe den Hut vor euch. Ihr habt die Kirmes wieder hochgebracht“, sagte Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald. Braach zeichne sich besonders durch das lebendige Gemeinwesen aus. „Brauchtum wird hier gelebt, und die Zukunft ist gesichert“, so Grunwald.

Im Einklang: Die Jazztanzgruppe Rotenburg meisterte zu feinster Popmusik auch schwierige Bewegungselemente.

Nachwuchssorgen scheinen auch den Männergesangverein nicht zu plagen. Stimmgewaltig und ambitioniert präsentierten die Männer unter der Leitung von Gerhard Altnöder klassische Volks- und Heimatlieder. Aber sie schmetterten auch „Tage wie diese“ von den Toten Hosen (Solist: Jürgen Wagner) oder gemeinsam mit Carola Weißbach die Hanne-Haller-Interpretation des Vater Unser. Die Solistin beeindruckte ebenfalls mit dem Elton John-Lied „Can you feel the love tonight“.

Flotte Musik, eine kluge Choreografie und ein eingängiger Rhythmus – das tänzerische Spiel der Jazzgymnastikgruppe Rotenburg begeisterte von der ersten Minute an. Mit dem kraftvollen Stepptanz der Mädchen der Rotenburger Magical Steps unter der Leitung von Susanne Stückrad wehte eine irische Brise durchs Zelt.

Da bebte der Zeltboden: Die Magical Steps erhielten viel Applaus für eine tolle Choreografie und schnelle Schrittfolgen.

An Originalität kaum zu überbieten sind die Landfrauen in Braach. Zu „Marmor, Stein und Eisen bricht“ entwickelten sie ein Verwirrspiel mit ihren Beinen. In schwarz-weißen Kostümen waren die Beine der Damen fast magisch miteinander verbunden. 

Die Kirmesburschen und -mädels zeigten in einem witzigen pantomimischen Sketch, wie schwierig es mitunter sein kann, auf einer Kirmes mit Kippe und Bierglas die Notdurft zu verrichten. Ernster erklärten sie in ihrem aktuellen Film, wie und warum sie das Brauchtum in Braach wiederbeleben wollen.

Bunter Festzug zur Kirmes in Braach

Dorfklatsch darf natürlich nicht fehlen. Zwei Garantinnen dafür sind Margot Knierim und Elvira Gruber. In Bräächer Mundart plauderten sie etwa über Senioren, die einen Klettergutschein gewonnen haben, und über Biermangel beim Osterfeuer. Moderiert wurde der Heimatabend in Braach von Thomas Bieber.

Von Susanne Kanngieser

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