Doch noch ein zweiter Bürgermeisterkandidat?

Beifallsstürme für Schorsch und Herbert beim Heimatabend der Solzer Kirmes

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Gibt es doch noch einen zweiten Bewerber um das Amt des Bebraer Bürgermeisters? Georg „Schorsch“ Reuss schlug beim Heimatabend den 90-jährigen Herbert Eberlein (rechts) als Kandidat vor. Hier enthüllt er das Wahlplakat mit dem Motto: „Bebra geht mit mir nicht unter.“

Das gibt es nur in Solz: Der ehemalige Ortsvorsteher und der zweitälteste Besucher des Heimatabends bringen das Kirmeszelt zum Beben.

Dabei fing nach der Pause alles ganz harmlos an. Erwin Roglin (91) wurde als ältester Besucher geehrt, der verstärkte Posaunenchor intonierte gemeinsam mit der Bläsergruppe „Nur net so lüt“ die Stücke „Böhmischer Traum“ und „Dem Land Tirol die Treue“, und Pfarrer Tobias Gottesleben überreichte den Gewinnern des Konfirmandenrätsels Kerzen, damit ihnen immer ein Licht aufgeht.

Dann jedoch zogen die Moderatoren Jens Rettig und Friedhelm Claus den Bühnenvorhang beiseite und zu sehen waren – bis dahin gut getarnt als „Sketch des Schützenvereins“ – die zwei Solzer Originale Georg „Schorsch“ Reuss (68) und Herbert Eberlein (90). Angelehnt an die dörfliche Wirklichkeit hatten es sich die beiden im Dorftreff am Stammtisch gemütlich gemacht, und natürlich dauerte es nicht lange, bis sie den als „Mister Sorgenfrei“ titulierten Ortsvorsteher, den zu laut singenden, zu wenig Bier trinkenden und noch zu habenden Pfarrer und viele weitere Zeitgenossen, aber auch sich selbst, und ganz spezielle örtliche Verhältnisse gewaltig auf die Schippe nahmen. Die Öffnungszeiten des Ausflugslokals auf der Hohen Buche etwa, dem sie den Namen „Bei-Glück-auf“ gaben. Oder das krankheitsbedingte Nicht-Antreten von Bürgermeister Uwe Hassl zur Wahl: „Der hat sich wohl umgehört und Angst gekriegt, dass er nicht wiedergewählt wird. Aber Angst ist ja auch eine Krankheit.“

Reuss brachte Eberlein als Bürgermeisterkandidat ins Spiel und hatte auch schon ein Plakat für den mit Schlagfertigkeit und „ohne erkennbaren Mangel“ auftrumpfenden Rentner entwerfen lassen: „Bebra geht mit mir nicht unter!“ Slogan und „Kandidat“ wurden vom Festzelt gefeiert. Am Ende des Auftritts kannte die Begeisterung des stehend applaudierenden Publikums keine Grenzen mehr.

Viel Beifall bekamen auch die auf ihrem Ausflug nach Amsterdam ziemlich „verhascht“ auftretenden Damen der Feuerwehr und der Gymnastikgruppe des Sportvereins, die „römisch“ daherkommenden und den Cäsar Daniel Schmerfeld umgarnenden Damen der Kirmesgruppe und die Tanz- und Theatergruppen.

Kirmesauftakt: Solz feiert drei Stunden Heimatabend im Festzelt

Am originellsten war dabei sicherlich, wie sich Bastian und Martin Reuss mit der Rechenaufgabe „28 durch 7“ auseinandersetzten: „Wann wird der ersten Tante schlecht, wenn beim Geburtstagskaffee sieben Gästen 28 Torten zur Verfügung stehen?“

Quelle: HNA

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