Etatentwurf für 2018

Haushalt: Alheim schafft knapp den Ausgleich

Nachgeholte Sportlerehrung: Beim Neujahrsempfang war Jens Martin (Mitte) noch krank, bei der Gemeindevertretersitzung wurde der Esdo-Kämpfer für seine Leistungen vom Vorsitzenden Marc Heinzerling (links) und Bürgermeister Georg Lüdtke geehrt. 

Alheim. Die Gemeinde Alheim soll auch 2018 mit einem ausgeglichenen Haushalt in das Jahr gehen. Allerdings klappt das nur denkbar knapp.

Die Einnahmen im Ergebnishaushalt übersteigen die Ausgaben um exakt 2378 Euro. Ein dickes Polster sieht anders aus. Das machte auch Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke beim Einbringen des Haushaltes in der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend deutlich.

Bevor er den Gemeindevertretern den Haushalt präsentierte, baute Georg Lüdtke ein kleines, rotes Schild am Rednerpult auf: „Kassa blanka?“ stand da. Von einer „Kraftanstrengung“ sprach der Bürgermeister dann in seiner Rede: Ohne die Mehreinnahmen bei der Einkommenssteuer (135 000 Euro) und Gewerbesteuer (110 000 Euro) wäre ein Haushaltsausgleich nicht möglich gewesen.

Dieser Aufwärtstrend komme durch die positive Entwicklung bei den Gewerbetreibenden zustande und nicht etwa durch einen gestiegenen Hebesatz. Mit 96 zahlenden Betrieben sei Alheim breit und stabil aufgestellt, so Lüdtke.

„Krankes System“

Problematisch sei dagegen vor allem die Differenz zwischen den Schlüsselzuweisungen, die die Gemeinde vom Land Hessen bekomme, und der Schul- und Kreisumlage, die an den Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu zahlen sind. Das dadurch entstehende Loch von mehr als 720 000 Euro müsse eigenständig gestopft werden, so Lüdtke, die Gemeinde habe Widerspruch gegen die Umlage eingelegt (wir berichteten). „Das ganze System des kommunalen Finanzausgleichs ist krank- und fehlerhaft“, so der Bürgermeister.

Der größte Kostenpunkt nach der Kreis- und Schulumlage sind wie gehabt die Personalkosten mit 2,5 Millionen Euro, rund 50 Prozent davon entfallen laut Gerog Lüdtke auf den Bereich Kindertagesstätten. Die Ausgaben hätten sich im Vergleich mit dem Jahr 2009 verdoppelt.

Jugendpflege und Wehren

Nachdem sich die evangelische Kirche in Heinebach aus der gemeinsamen Jugendpflege zurückgezogen habe, plane Alheim rund 20 400 Euro für eine befristete Teilzeitstelle in der Jugendpflege ein. Erwartet werde eine Förderung durch den Kreis wie bisher. Die Förderung für junge Familien werde fortgesetzt – geplant sind dafür 30 000 Euro.

Auch der Feuerwehretat werde gestärkt: 12 000 Euro seien für die Ausrüstung der Einsatzkräfte vorgesehen, 400 000 Euro für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Baumbach und 63 0000 Euro für die Sanierung der Gerätehäuser Niedergude und Oberellenbach.

Investitionen

Für 320 000 Euro sollen Flächen in Heinebach gekauft werden, um das Baugebiet Kuttendelle in Richtung Schützenhaus erweitern zu können. 50 000 Euro sind im Haushalt für den Ausbau des Radwegnetzes in der Gemeinde vorgesehen. Insgesamt investiere Alheim rund 4,1 Millionen Euro, so Georg Lüdtke, fast 3 Millionen Euro davon seien Zuschüsse. Er bedankte sich – und packte sein „kassa blanka“-Schild wieder ein.

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