Es geht um Windkraftanlagen

Hass-Schmierereien gegen Hessenforst in Wippershain

Parolen am Tor von Hof Berlet in Wippershain. Foto: Clemens Herwig

Wippershain. Antisemitische Hass-Schmierereien mit Todesdrohungen gegen Windkraft- und Forstverantwortliche sind im Schenklengsfelder Ortsteil Wippershain aufgetaucht.

An einem Garagentor, auf Hochsitzen und Bauwagen wurde dort gegen Hessenforst als „Windjude und Verräter“ zusammen mit einem Davidsstern gehetzt.

Gegen Forstbeamte und Grundbesitzer wurden Morddrohungen gesprayt: „Wir hängen euch an das erste“ (gemeint ist vermutlich das erste Windrad), lautet eine der Hassparolen. Hintergrund ist offenbar der geplante Bau von bis zu 30 Windkraftanlagen rund um Wippershain.

Der Staatsschutz der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, bestätigt Polizeisprecher Manfred Knoch. „Es handelt sich um ein besonders schweres Delikt, deshalb wurde sofort der Staatsschutz eingeschaltet.“ Nach Informationen unserer Zeitung verfolgt die Polizei erste konkrete Hinweise auf mögliche Täter.

Das Forstamt in Bad Hersfeld reagierte betroffen auf die Hass-Parolen, zumal der Forstamtsleiter namentlich genannt wurde. Er ist zurzeit im Urlaub. „Wir setzen nur Entscheidungen des Regierungspräsidiums um“, erklärt Kersten Eidam vom Forstamt. Es sei besonders traurig, dass gerade die Menschen, die den Wald schützen, derart niveaulos attackiert würden.

Sichtlich erschüttert ist auch der Revierförster von Oberhaun, Heinz-Dieter Mathes, der ebenfalls ins Visier der Schmierfinken geraten ist. „Ich bin entsetzt und werde jetzt nicht mehr so locker in den Wald gehen wie früher.“

Freiherr Moritz von Wilmowski, in dessen Wald bei Buchenau zehn Windräder errichtet werden und der ebenfalls namentlich diffamiert wird, berichtet von Hakenkreuzschmierereien und anderen Einschüchterungsversuchen in der Vergangenheit. „Hier wird jede Toleranzgrenze überschritten“, stellte er klar und kündigte erneute Strafanzeigen an.

Für die Bürgerinitiative „Rettet den Buchwald“ aus Wippershain distanzierte sich Sprecherin Barbara Leister eindeutig von den Schmierereien. „Das geht gar nicht, ich bin genauso entsetzt wie die Betroffenen“, sagte sie.

Auch der Hofbesitzer, dessen Stalltür beschmiert wurde, verurteilt die Hassparolen. „Unser Stall wurde missbraucht, weil die Stelle beim Vorbeifahren sehr gut sichtbar ist“, sagt Claus Berlet. „Man kann über Windkraft diskutieren, keine Frage. Aber das ist unterste Schublade.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kreis Hersfeld-Rotenburg
Kommentare zu diesem Artikel